Neophyten im Garten nicht invasiv werden lassen


Neophyten können sich auch vom Garten her invasiv vermehren. Das muss aber nicht so sein.

Was sind Neophyten?

Unter Neophyten versteht man Pflanzen aus einer fremden Flora, die durch Menschen oder anderer Umstände (Wandern der Vegetation, Handel u.a.) zu uns gekommen sind. Meistens sind es Gartenpflanzen wie Rosmarin, Lavendel, Oregano u.a.m. Aber auch Mais, Kartoffeln, Tomaten und viele andere gehören dazu.

Warum können Neophyten invasiv werden?

Es gibt Neophyten die sich wohl fühlen in einer fremden Vegetation. Das kann dazu führen, dass sie sich mit der Zeit unkontrolliert vermehren und ausbreiten. Dazu braucht es aber auch die entsprechenden Umstände. Die kanadische Goldrute war über eine lange Zeit eine begehrte Schnittblume und wurde in Gärten angebaut. Erst durch das vermehrte anlegen von naturnahen Flächen hat sich diese, für Bienen sehr wertvolle Pflanze, sehr stark ausgebreitet. Das gilt auch für das Jakobskreuzkraut, die Ambrosie, das Berufskraut u.a., die sich heute vorwiegend auf Ökoflächen breit machen.

Neophyten im Garten

Der Garten ist ein bevorzugter Ort für Neophyten. Kleingärtner und Kleingärtnerinnen sind aber mitverantwortlich, dass diese sich nicht plötzlich invasiv vermehren. Natürlich, durch die grosse Anzahl der verschiedenartigen Gewächsen ist die Gefahr immer da. Hat vor dreissig, vierzig Jahren noch niemand über den Sommerflieder, Kirschlorbeer oder andere Invasive gesprochen, werden diese heute auf schwarze Listen gesetzt. Durch Leerflächen (Ökoflächen) in der Landschaft wo eine natürliche Konkurrenz fehlt, durch Sturmschäden in Wäldern oder flächenweises abholzen, sind eine ganze Anzahl von Neophyten durch das Verbreiten von Samen aus Gärten und Parks (Vögel, Wind) invasiv geworden.

Durch einfache Massnahmen im Garten kann die Ausbreitung aber vermindert werden.

Sommerflieder

Der Sommerflieder wird schon lange in unseren Gärten angebaut. Man nimmt an, dass Jesuitenmönche diesen herrlichen Sommerblüher aus China und Tibet im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht haben. Seither ist er bei uns in Gärten und Parks anzutreffen.

Der Sommerflieder blüht Mitte bis Ende Sommer. Er blüht in den herrlichsten Farben und hilft mit, die Trachtlücken (Bienenfutter) des Spätsommers zu schliessen. Deshalb sind bei schönem Wetter auch so viele Bienen und Schmetterlinge auf den Zapfenförmigen Blüten anzutreffen.

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Nebst Schmetterlinge sind auch Bienen fleissige Besucher des Sommerflieders.

Lange Zeit hat sich der Sommerflieder nur im Garten entwickelt.

Seit die Bahnböschungen nicht mehr regelmässig gemäht werden, starke Stürme im Wald Schneisen geschlagen haben und auch die Holzwirtschaft modernisiert wurde, begann sich der Sommerflieder auf solchen Flächen, durch die Verbreitung von Samen, zu vermehren.

Jeder Kleingärtner, jede Kleingärtnerin kann aber mithelfen diese Verbreitung einzuschränken. Sind die Blüten abgeblüht, ist es wichtig, dass diese entfernt und der Grünabfuhr mitgegeben werden. So können sich die Sommerflieder nicht ausserhalb des Gartens weiter vermehren.

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Um Wildaussaaten zu vermindern werden die abgeblühten Zapfen der Sommerblüher weggeschnitten und entsorgt.

Wer neue Sommerflieder pflanzt wählt Sorten aus, welche keine Samen mehr ausbilden. Damit ist das Problem der wilden Vermehrung gelöst und der Sommerflieder, als wertvoller Blütenstrauch, kann erhalten bleiben.

Kirschlorbeer

Auch diese Strauchart ist irgendeinmal zu uns gekommen. Kirschlorbeer kommt in Wäldern vor allem in der Türkei, Albanien, Bulgarien, am Schwarzen Meer und auf dem Kaukasus vor. Apfelbaum Estragon u.a. sind ebenfalls von dort her zu uns herübergekommen.

Der Kirschlorbeer ist eine typische Gartenpflanze. Er wurde früher als deckender Gartenstrauch, heute vorwiegend als Heckenpflanze gewählt. Als Heckenpflanze kann sich der Kirschlorbeer kaum unkontrolliert ausbreiten, da durch ständiges zurückschneiden Blüten und Samen fehlen. Das Schnittmaterial sollte allerdings der Grünabfuhr mitgegeben und nicht im Wald wild deponiert werden. Äste von Kirschlorbeer können, wenn sie im Wald an Haufen herumliegen, sich bewurzeln. Daraus entstehen dann neue Pflanzen.

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Regelmässig geschnittene Kirschlorbeerhecken können sich nicht invasiv vermehren sofern das Schnittgut nicht im Wald wild deponiert wird.

Bei Strauchpflanzungen die Beerendolden frühzeitig wegschneiden und in der Grünabfuhr entsorgen. Bei Beerenbildung besteht immer die Gefahr, dass Vögel diese verbreiten können und dann neue Pflanzen entstehen.

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Um ungewünschte Aussaaten zu vermeiden sollten die Lorbeerkirschen geerntet und entsorgt werden.