Kräutergarten frühzeitig planen


Wer den Kräutergarten über das ganze Jahr wirtschaftlich nutzen will, tut gut daran diesen zu planen.

Der Kräutergarten ob gross oder klein, ob im Garten oder auf der Terrasse, ist eine der intensivsten Flächen wo vom Frühling bis in den Herbst hinein produziert und frisch geerntet wird. Werden Überschüsse getrocknet oder eingefroren, so kann von den Gartenkräutern auch im Winter profitiert werden. Es ist deshalb wichtig, den Kräuteranbau gut zu planen um Kräuter, die täglich gebraucht werden zur Verfügung zu haben. Geduld mit dem Anbau von einjährigen Kräutern bis nach den Spätfrösten und der notwendigen Tageslänge, anfangs bis Mitte Mai, wird meistens mit Erfolg belohnt.

Küchen- oder Gewürzkräuter
Diese werden entsprechend dem Bedarf eingeplant und angebaut. Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Majoran, Dill, Bohnenkraut, Basilikum, Estragon, Maggikraut, Rosmarin, Ysop und Oregano sind wohl die meist verwendeten Küchenkräuter. Sie regen den Appetit an und sind besorgt für eine gute Verdauung. Sie geben den Speisen aber auch die richtige Würze. Im Anbau sind es einfache Pflanzen.

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Blühender Rosmarin im Topf. Kräuter in Töpfen immer auf
Untersätze stellen die mit Kies oder Lecakugeln randvoll gefüllt sind um Staunässe zu vermeiden.

Allerdings muss bei Petersilie der Standplatz jährlich gewechselt werden. Nässe und Kälte im Jugendstadium setzen den Pflanzen zu. Direkt gesäte Petersilie wächst meist besser als Jungpflanzen. Wo sich erfahrungsgemäss Petersilie eher schlecht entwickelt ist es wichtig, diesen mit einer kleinen Handvoll Gartenkali pro m2 frühzeitig zu düngen.

Schnittlauch braucht einen Boden der genügend mit Nährstoffen angereichert ist. Es lohnt sich, die Pflanzen alle paar Jahre zu teilen und den Standort zu wechseln.

Basilikum entwickelt sich in einem Balkonkistli oder in einem grossen Topf (20-30cm Durchmesser) auf der geschützten Terrasse oder dem Balkon, an einer sonnigen bis halbschattigen Lage besonders schön. Ab Mai direkt in die Gefässe säen oder die Gefässe mit angezogenem Basilikum bepflanzen. Basilikum liebt eine nährstoffreiche Erde.

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Basilikum gedeihen auf der Terrasse wunderbar nebeneinander. Auch hat sich noch eine Kapuzinerkresse dazu gesellt.

Der einjährige Sommermajoran kann auch direkt ausgesät werden. Im Garten erst ab Anfangs bis Mitte Mai. Achtung! Junger Majoran wird gerne von Schnecken und Ameisen gefressen.

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Aussaaten von Majoran sind am sichersten im Schneckenstopp mit
Deckel. Nach der Keimung Deckel entfernen. Der Schneckenstopp kann über den Sommer stehen bleiben. Damit ist auch der Majoran vor Schnecken sicher geschützt.

Der einjährige Dill wird direkt mit Karotten oder Randen in die gleiche Reihe, oder aber direkt in den Kräutergarten gesät.

Thymian, Bohnenkraut (Bergbohnenkraut), Estragon, Oregano, Ysop, Rosmarin und Maggikraut sind mehrjährig und brauchen ausser dem Schnitt im Frühjahr und der Düngung (1 Schaufel Kompost pro m2 oder eine halbe Dosis organischer Gemüsedünger), kaum Pflege. Rosmarin braucht im Garten wie auch im Topf einen Winterschutz.

Teekräuter

Auch sie sind im Kräuteranbau und für die Gesundheit des Verbrauchers von grosser Bedeutung. Der Anbau richtet sich nach dem Bedarf. Für Genusstee (Minze, Zitronenmelisse u.a.), für Kopfwehtee (Lavendel, Oregano und Zitronenmelisse zu gleichen Teilen gemischt), Hustentee (Thymian, Ysop und Oregano zu gleichen Teilen gemischt), Erkältungstee (Salbei und Zitronelle (Zitronenstrauch = frostempfindlich, in Gefässen kultivieren) oder Zitronenmelisse zu gleichen Teilen gemischt), Kamillentee bei krampfartigen Schmerzen und viele andere mehr, sind willkommene Kräuteraufgüsse für gesunde und kranke Tage.

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Wo der Platz im Garten fehlt, kann auch ein Karrussell mit Kräutern bepflanzt werden. Hier sind 15 verschiedene Kräuter eingepflanzt.

Bei den Kräutern handelt es sich meistens um mehrjährige Pflanzen. Ausser einem Rückschnitt im Frühjahr und einer Düngung wie oben, brauchen die Pflanzen keine besondere Betreuung. Mehrjährige Kräuter sollen auch nicht speziell gelockert werden.

Nur die Kamille ist einjährig. Diese wird ab Mai an Ort und Stelle gesät. In einem warmen Garten versäht sie sich meistens selber.

Spezielle Kräuter

In einem Kräutergarten sollten Lavendel, Goldmelisse, aber auch Johanniskraut nicht fehlen. Sie sind schön in der Blüte, bereichern das Gartenbild und sind da, wenn sie für Tee oder andere Zwecke gebraucht werden.

Bis auf die Ringelblumen sind die Pflanzen mehrjährig und brauchen ausser Rückschnitt und einer Düngung wie oben keine Pflege.

Kräuter und Bienen

Kräuter sind ausserordentlich wertvoll für Bienen. In den Blüten der Kräuter finden die Bienen ihr Futter vom Sommer an bis in den Herbst hinein, wenn in der Natur wenig mehr vorhanden ist.

Gartentelefon: Gartenfragen am Abend nach 18.30 Uhr. Telefon: 033 654 30 41

Mail: paul.stalder50@gmail.com