Hochbeete im Garten oder auf dem Balkon


Hochbeete sind im Trend. Wer eines besitzt, sollte dies auch optimal nutzen.

Ein Hochbeet wird heute dort eingesetzt wo ein Garten fehlt oder wo der Bewirtschafter/die Bewirtschafterin nicht mehr in der Lage ist, einen Garten zu bearbeiten. Ein Hochbeet gibt diesen Menschen die Möglichkeit, sich weiterhin, mit weniger körperlicher Anstrengung, mit Pflanzen zu beschäftigen und ihr eigenes Gemüse, ihre eigenen Kräuter oder auch Beeren (Erdbeeren) anzubauen. Aber auch für junge Leute kann ein Hochbeet sinnvoll sein. Sei es für ein Gärtnern mit der Familie oder aber wenn zu wenig Zeit vorhanden ist einen Garten zu bearbeiten. Wenn ein Hochbeet gut aufgebaut ist, kann dieses über Jahre bewirtschaftet werden.

Kauf und Zubehör eines Hochbeetes

Zuerst sollte der Bedarf und die Grösse abgeklärt werden. Hochbeete gibt es in vielen verschiedenen Grössen. Es lohnt sich beim Kauf eines Hochbeetes verschiedene Modelle auf Qualität, Aussehen und Preis/Leistung zu vergleichen. Dabei immer darauf achten, dass das Hochbeet 80cm hoch ist. Zubehöre wie Mäusegitter, Noppenfolie (keine Plastikfolie oder Vlies) und je nach Füllung ein Wasserdurchlässiges Trenngewebe (Unkrautfolie) gleich mitkaufen. Vor allem die Noppenfolie ist mitverantwortlich für die Lebensdauer und die Beständigkeit eines Hochbeetes aus Holz. Hochbeete aus Metall, Eternit, Kunststoff oder Beton sind kalte Hochbeete. Diese sollten vor Inbetriebnahme auf der Innenseite mit 1-2cm Sagex o.a. isoliert werden.

Standort

Ein Hochbeet kann überall aufgestellt werden. Sei es auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten. Bei einem Standort auf dem Balkon immer die Belastung pro m2 abklären. Je nach Füllung kann die Belastung 200-400kg pro m2 betragen.

Das Hochbeet so aufstellen, dass dieses den natürlichen Niederschlägen ausgesetzt ist. Das vermindert die Giessarbeit.

Im Garten wenn möglich das Hochbeet längsseitig nach Süden ausrichten um optimale Lichtverhältnisse zu schaffen. Bei eine Hochbeet im Garten immer ein Mäusegitter einbauen. Mäuse, sowohl Feldmäuse wie auch Hausmäuse, bevorzugen die Wärme eines Hochbeetes als Nest- und Vermehrungsort.

Hochbeet aufstellen und füllen

Das Hochbeet (aus Lärchen- oder Douglasienholz) wird im Garten an einem ausgewählten Ort aufgestellt. Dabei werden die vier Ecken auf eine Steinplatte gestellt, damit das Holz minimal mit dem Boden in Berührung kommt (verhindert frühe Fäulnis des Holzes und fördert die Langlebigkeit des Hochbeetes).

Anschliessend die Noppenfolie so montieren, dass die die Noppen gegen das Holz gerichtet sind (es entstehen kleine Luftkanäle durch welche das Holz immer wieder abtrocknen kann).

Vor dem füllen des Hochbeetes das Mäusegitter hineinlegen.

Zum füllen des Hochbeetes kann organisches Material (Kompostmaterial) verwendet werden. Lockeres Material leicht festtreten. Nur die letzten 30cm werden mit Erde aufgefüllt.

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Das Hochbeet wird mit organischem Material bis auf 35cm gefüllt und das Material gut festgetreten

Dabei möglichst ungesiebte Erde mit Steinen verwenden, damit eine gute Durchlüftung gewährleistet ist. Nur die obersten 10cm mit etwas feinerer Erde auffüllen.

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Hochbeet, restliche Höhe (mind 35 cm) mit durchlässiger Erde auffüllen

Wo Kompost- oder Schnittmaterial fehlt, kann auch mit Holzschnitzel oder Lecaton Kugeln bis zur Hälfte aufgefüllt werden. Anschliessend ein Trenngewebe auf die grobe Füllung legen und Erde einfüllen. Wo Erde zugekauft wird, immer Trogerde verwenden. Wo feine Universalerde verwendet wird dieser 1-2% Steinsplitter oder Kies beimischen um die Struktur zu verbessern..

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Anstelle von organischem Material kann das Hochbeet bis auf 35cm auch mit Leca Tonkugeln oder Holzschnitzel gefüllt werden
Lecaton und Holzschnitzel müssen mit einer Sickerfolie (Unkrautfolie, Wasser durchlässig) abgedeckt werden bevor Erde eingefüllt wird

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Hochbeet anpflanzen und ansäen

Düngung

Bei einem neu angelegten Hochbeet wird die erste Kultur nicht gedüngt. Einzig eine Handvoll Kalk (Meeresalgenkalk oder Düngkalk) pro m2 auf die Oberfläche streuen und leicht einarbeiten. Die zweite Kultur im gleichen Jahr erhält pro m2 eine Handvoll Hornmehl beim Pflanzen. In den Folgejahren düngen wie ein Gartenbeet (im Frühjahr mit Kompost

2 Schaufeln pro m2,oder mit einem organischem Gartendünger, Menge auf der Packung beachten; starkzehrende Gemüse wie Kohlgewächse erhalten zusätzlich 1 Handvoll Hornmehl o.a. bei sichtbarem Wachstum).

Fruchtfolge

Auch auf einem Hochbeet muss die Fruchtfolge einigermassen eingehalten werden um Misserfolge zu vermeiden. Dazu wird das Beet halbiert. Auf die eine Seite werden Kohlgewächse, Stielmangold, Knollensellerie u.a. gepflanzt; auf der anderen Seite Wurzelgemüse Bohnen und Salate. Im kommenden Jahr die Bepflanzung wechseln.

Kulturarbeiten

Die Kulturarbeiten beschränken sich auf das lockern von kompakten Oberflächen und auf das jäten, wo notwendig. Kartoffeln oder Kopfkohlgewächse werden auf dem Hochbeet mit frischer Erde angehäufelt.