Der Buchs und seine Probleme


Wer kennt sie nicht, die wunderschönen Buchsbordüren in den Gärten. Und doch sind hinter der Idylle des traditionsreichen Buchses auch Probleme versteckt.

Der Buchs

Seit Jahrhunderten werden Buchspflanzen in privaten und öffentlichen Gärten als Ziergehölze angebaut und gepflegt. Ob zu Kugeln, zu kleinen bis mittleren Hecken oder sonstigen Kunstformen geschnitten, überall mag der satt dunkelgrüne Buchs zu begeistern, der auch im Winter seine Blätter und sein Grün behält. Durch seine Robustheit ist er zu einer richtigen Traditionspflanze geworden. Ob in Gefässen, in Klein-, Herrschafts- oder Bauerngärten, überall findet man Buchs.

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Buchhecken sind in alten Gärten sehr beliebt und verschönern das Gartenbild

Der immergrüne Buchs ist anspruchslos und ist eine gute Bienenweide. Er gedeiht vorwiegend auf humosen Lehmböden die nicht verdichtet sind. Schwerere Böden sollten mit Sand und Torfersatz verbessert und der Untergrund gut gelockert werden.

In den letzten Jahren wird der Buchs immer mehr von Krankheiten und Schädlingen befallen, so dass einzelne Kleinhecken bereits ausgewechselt werden mussten. Müssen Buchshecken ausgewechselt werden, sind eine gute Sortenwahl und eine entsprechende Bodenbearbeitung besonders wichtig. Auch Überlegungen, anstelle von Buchs andere kleine Heckenpflanzen zu wählen, sind angebracht

Die Sortenwahl

Es stehen heute verschiedene Sorten zur Verfügung. Dabei hat sich der einfache ‚ Buxus sempervirens‘ als besonders robust erwiesen. Dieser ‚normale‘ Buchs kann in jede Form geschnitten werden. Er lässt sich auch zu kleinen Hecken schneiden, ohne dabei Schaden zu nehmen oder in der Wuchsfreudigkeit nachzulassen.

Die Sorte ‚Sufruticosa‘ (Buxus sempervirens Suffruticosa) ist ein besonders langsam wachsender Buchs und eignet sich für kleine Bordürenhecken besonders gut. Seine Anfälligkeit auf Pilzkrankheiten ist aber bedeutend höher als beim einfachen Buchs. Wird er älter, so können da und dort einzelne Pflanzen aussterben und müssen immer wieder ersetzt werden.

Buxus sempervirens ‚Rotundifolia‘ ist eine stärker wachsende Sorte und vor allem für grössere Formen und Hecken gedacht.

Für kleine Hecken in Gärten wird heute, der robustheit wegen, vorwiegend der einfache Buchs (Buxus sempervirens) empfohlen und angebaut.

Krankheiten

In den letzten Jahren sind vermehrt Krankheiten bei Buchshecken aufgetaucht, zum Teil so stark, dass ganze Hecken in Traditionsgärten ausgewechselt werden mussten. Meistens beginnen die Störungen mit einer Verfärbung der Blätter, später verlieren die Pflanzen die Blätter und der Strauch stirbt ab. Massnahmen sind deshalb schwierig, weil die Buchspflanze, wenn sie sich beginnt zu verfärben, im Innern bereits ausgedorrt ist. Deshalb ist eine gute Beobachtung der Pflanzen ausserordentlich wichtig. Eine beginnende Verfärbung des Buchses kann auch ein Mangel anzeigen. So sollte als erste Massnahme im Frühjahr bis Sommer zweimal innerhalb von vier Wochen eine Eisen/Schwefelbrühe gegossen werden (Optifer). Erst wenn der Buchs in dieser Zeit nicht mehr grün wird, sollte abgeklärt werden, ob es sich um ein Buchssterben (Pilzinfektion) handelt. Ob sich der Einsatz mit einem chemischen Mittel (Kupfer oder andere Mittel) lohnt, ist immer schwer abzuschätzen und sollte mit einer Fachperson abgeklärt werden.

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Teilweise absterbender Buchs durch Pilzkrankheit

Schädlinge

Seit zwei, drei Jahren ist der Buchsbaumzünsler, eine Raupe, die grosse Gefahr für Buchspflanzungen. Der Frass beginnt innerhalb des Strauches und wird oft zu spät bemerkt. Wichtig ist deshalb eine gute und regelmässige Kontrolle. Wird ein Frass im Innern des Strauches festgestellt so sollte sofort gehandelt, das heisst mit einem Mittel durchdringend gespritzt werden. Heute steht die biologische Bekämpfung mit ‚Bacillus thuringiensis‘ (Andermatt Biogarten) im Vordergrund. Das Mittel ist ungiftig für den Anwender und die übrige Umwelt. Ausserdem wirkt es, bei sachgemässer Spritzung, sehr gut

Andere Pflanzen für Kleinhecken im Garten

Nicht überall können kleine Buchshecken die absterben mit neuen Buchspflanzen bepflanzt werden. Entweder ist die Gefahr einer neuen Infektion zu gross oder der Aufwand zur Erneuerung der Erde zu kompliziert und zu kostspielig. So etwas Beständiges wie der Buchs, der über Generationen im Garten stehen kann, gibt es aber nicht. Calamintha, Ysop, aber auch Lavendel lassen sich leicht in wunderschöne, kleine Hecken schneiden. Sie blühen regelmässig, sind ausgezeichnete Bienenweiden und geben dem Garten ein neues, lebendiges Gesicht:

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Anstelle von Buchs kann auch Ysop gepflanzt und in kleine hecken geschnitten werden

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Auch Calamintha (Steinquendel) wird heute oft als Buchersatz angepflanzt

Wenn die Pflanzen nach zehn oder mehr Jahren ausgewechselt werden müssen, ist der Aufwand bedeutend kleiner als beim Buchs und Krankheiten sind kaum zu erwarten.