Boden, Pflanzen und Insekten über den Winter schützen


Gärten wo noch vor Wochen voll im Grün standen sind jetzt abgeerntet und leer. Schenken wir dem Garten jetzt noch die volle Aufmerksamkeit um Fruchtbarkeit und Wachstum auch im kommenden Jahr zu erhalten.

Leere Flächen umgraben oder nicht?

Bei mittelschweren und schweren Böden lohnt es sich, wenn diese im Herbst Grabgabel tief gelockert werden. Die Böden werden dadurch besser mit Luft versorgt und das Bodenleben kann sich dadurch besser entwickeln. Böden, welchen die Vegetationsschicht fehlt, sollten für den Winter aber unbedingt mit einer Mulchdecke aus Stroh, altem Gras oder einem sonstigen Mulchmaterial abgedeckt werden. Dadurch wird der Einfluss des Wetters auf den Boden während der vegetationslosen Zeit gemildert, der Boden trocknet auch oberflächlich nicht aus und das Bodenleben, vor allem die humusbildenden Regenwürmer bleiben, solange der Boden nicht zugefroren ist, aktiv. Eine schützende Mulchschicht ist auch ein Vorteil für das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen im Boden. Durch die Abdeckung ist der Boden geschützt, Laufkäfer können, solange der Boden noch warm ist, weiterhin im Schutz der Streuschicht ihrer Beute (Schneckneier, Larven u.a.) nachjagen und diese vermindern. Ein Vorteil für die Kulturen im nächsten Frühjahr.


Leere Gartenflächen ob umgegraben oder nicht sollten über den Winter immer mit einer schützenden Mulchschicht abgedeckt werden.

Mist als Mulchschicht nützt vor allem dann, wenn der Winter viel Niederschläge bringt und die feinteile des Mistes in den Boden geschwemmt werden. Ein guter Nährstoffvorrat, der erst mit der aufkommenden Wärme im nächsten Frühjahr Pflanzenverfügbar wird. Die Wirkung nimmt ab wenn der Winter Niederschlagsarm wird und der Mist über längere Zeit gefroren bleibt, d.h. die Auswaschung fehlt.

Staudenbeete zurückschneiden oder nicht?

Mehrjährige Pflanzungen mit Stauden und Sträuchern werden im Herbst nur zaghaft zurückgeschnitten. Sie schützen sich so gegenseitig in der kalten Jahreszeit vor dem ausfrieren. Verblühte und Samen tragende Blütenstände werden stehengelassen. Hier finden Vögel in der kalten Winterzeit noch viel Futter. Besonders der Grünfink lässt sich auf solche Blütenstände nieder. Staudenbeete werden im Herbst auch deshalb nicht ausgeräumt, weil viele Nützlinge sich im Wurzelbereich der Stauden niederlassen. Allen voran die überwinternden Marienkäfer aber auch Ohrwürmer und Laufkäfer die alle mithelfen ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen herzustellen. Wird der überwinterungsraum (Staudenbeet) im Herbst geräumt und zurückgeschnitten, wandern diese wertvollen Insekten ab. Im dichten Staudenbeet überwintern auch verschiedene Hummelarten. Mit einer einfachen Nesthilfe können wir diesen fleissigen Bestäubern unserer Kulturpflanzen einen Platz für die überwinterung bieten, welchen sie in der freien Natur nicht mehr überall finden.

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Für eine Nesthilfe für Hummeln werden zwei ungleichgrosse Tontöpfe locker mit Stroh oder trockenem Gras gefüllt und ineinader gesteckt
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Anschlissend werden die ineinander gesteckten Tontöpfe schräg eingegraben. Die Abflussöffnung des einen Tontopfes kommt in Bodennähe zu liegen.

Im Garten sind Hummeln auch weniger gefährdet vor natürlichen Feinden aber auch vor Maschineneinsätzen in der Landwirtschaft.

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Staudenbeete bieten vielen Insekten Winterquartier. Auch suchen Vögel hier Futter an alten Samenständen. Deshalb werden Staudenbeete im Herbst nur wenig zurückgeschnitten.

Wildbienen

Die Löcher im Wildbienenhaus sind zum Teil belegt. Hier ist es wichtig, dass nicht plötzlich Vögel kommen und die verschlossenen Löcher aufpicken. Ein leichter Winterschutz mit einem Tannenreisig reicht meistens aus um die Vögel abzulenken.

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Den bewohnten Teil des Wildbienenhotels sollte im Herbst mit etwas Reisig abgedeckt werden damit nicht Vögel die schützende Abschlusschicht der Bruthöhlen aufpicken.

überwinternde Zweijahresblumen und Kulturpflanzen schützen

Ein Winter mit stark wechselnden Temperaturen kann die im Herbst gepflanzten Zweijahresblumen oder Kulturpflanzen schädigen. Starker Frost, dann wieder Tauwetter können die Wurzelballen aus dem Boden anheben. Kommt nun eine Trockenzeit dazu oder eine Längere Frostzeit, trocknen die Wurzelballen und damit die Pflanze aus. Mit einem Winterschutz aus Reisig, kann diesem übel weitgehend vorgebeugt werden. Allerdings müssen vor dem Abdecken die Blüten bei Stiefmütterchen ausgebrochen werden um Fäulnis während des Winters zu verhindern.

Rosen

Der eigentliche Schutz im Winter besteht aus einer Schaufel Kompost oder altem Mist der ins Zentrum des Rosenstockes gegeben wird. Als Zier werden die Rosen mit Tannenreisig abgedeckt. Natürlich überwintern auch unter dieser schützenden Decke unzählige Insekten. Bei Kletterrosen werden Tannenreisig Äste aufgestellt und an den Rosenästen befestigt. So wird der unterste Teil der Kletterrosen geschützt.