Grabbepflanzung im Herbst – Warum?


Allerheiligen – 1.November

In unserer christlichen Gemeinschaft ist es üblich die Gräber der Verstorbenen auf den 1. November zu schmücken. An Allerheiligen wird aller Heiligen gedacht, auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden, sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.

Wie kam es dazu?

Das Fest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem besonderen Tag zu feiern. Jährliche Gedenktage für Verstorbene – ob Märtyrer, Heilige oder einfache Gläubige – gab es bereits im antiken Christentum. In den östlichen Kirchen finden sich seit Anfang des 4. Jahrhunderts ausdrücklich Allerheiligenfeste, die allerdings als Herrentag aller Heiligen am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden. In der westlichen Kirche weihte Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das heidnische römische Pantheon in Rom – zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt – der Jungfrau Maria und allen Märtyrern und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Gregor III. weihte über hundert Jahre später eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November. Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag dieses Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern. Allmählich verbreitete sich in der gesamten Westkirche der 1. November. Papst Gregor IV. legte 835 Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.

 

Nun zum Grabschmuck:

Für die Hinterbliebenen ist ein individueller Grabschmuck sehr wichtig. Die Bedürfnisse sind in dieser Hinsicht so vielfältig wie die Menschen selber. Allerdings muss bei der Gestaltung die Größe des Grabplatzes, sowie die Regeln und Verordnungen des jeweiligen Friedhofs berücksichtigt und eingehalten werden.

Was eignet sich nun für eine Herbst/Winterbepflanzung?

Bewährt haben sich seit jeher sämtliche Arten von immergrünen Koniferen. Koniferen sind immergrüne Nadelhölzer. Vor allem die Zweige der Scheinzypressen, Wacholder, Blautanne, Eibe und Rottanne eignen sich besonders gut als gestalterisches Element. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farbtönen vom Hellgelbgrün einer Zypresse über das Grünblau des Wacholders bis zum dunklen Schwarzgrün der Eibe. Viele dieser Koniferen gibt es auch in Gold, die als zusätzliche Auflockerung dienen. Auch unterschiedliche Strukturen für den Gesamteindruck sind wichtig. Dazu verwenden wir immergrüne Laubgehölze wie Buchs, Stechpalme oder auch Kirschlorbeer. Dazu können auch Zapfen von Föhren oder andere getrocknete Teile von Pflanzen für den Grabschmuck verwendet werden. Als Farbtupfer gibt es einige Herbstblüher im Sortiment. Bekannt ist sicher Erica, die sich als Herbstschmuckpflanze ideal eignet, jedoch nicht winterhart ist. Da ist man mit dem Calluna sicher besser bedient. Verwendet werden können auch verschiedene Gräser, Veronica und Pflanzen die Beerenschmuck tragen. Solche Pflanzen sind erhältlich in verschiedenen Formen unter dem Namen „Herbstzauber“. Diese können selbstverständlich auch mit Zweigen, Zapfen und vieles was gefällt garniert werden.

Wo erhalte ich die Zweige für den Grabschmuck?

Grundsätzlich können die Zweige in Blumenläden, Gärtnereien oder vom Grossverteiler erworben werden. Da aber die meisten Mitglieder des VdGV auch einen Bezug zur Natur und vor allem eine Gartenecke ihr Eigen nennen, können auch bestehende Pflanzen im Garten verwendet werden. Hat man ein gutes Verhältnis zum Nachbar, der schöne Koniferen im Garten stehen hat, liegt es sicher drin einige Zweige im Herbst für den Grabschmuck zu erbetteln. Ganz sicher werden die Zweige nicht ungefragt in den Gärten gesammelt. Schon gar nicht in der freien Natur! Ausnahme bei gefällten Bäumen. Besonderes Augenmerk muss auf die Länge der Zweige gerichtet werden. Verschiedene Längen ermöglichen ihnen eine lebendige und natürliche Gestaltung.

Verwendung auf dem Grab:

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Verarbeitungstechniken:

  1. Die zurechtgeschnittenen Zweige werden direkt in die Erde gesteckt
  2. Die Zweige werden zuerst mit Draht fest umwickelt und danach mit dem langen Ende des Drahtes in die Erde verankert.

Persönlich bevorzuge ich das direkte stecken in die Erde. Dass vorgängig die Erde umgegraben und gelockert wird ist ja ganz klar! Die Zweige werden nun so gesteckt dass die Erde ganz gedeckt wird. Bewährt hat sich das Dreieck, wo sich der höchste Zweig vor dem Grabmal befindet und sich die anderen Zweige diesem unterordnen, eben wie bei einem Dreieck. Ob die Zweige regelmäßig in eine Richtung oder Wild gesteckt werden spielt keine Rolle. Hauptsache es gefällt Ihnen.

Arbeitsanweisung:

Um die Arbeiten auf dem Grab angehen zu können braucht es auch eine gute Vorbereitung. Hier eine Kurzanleitung die eine erfolgreiche Arbeit unterstützt.

  • Schneiden und Vorbereiten der Zweige und Dekorationsmaterial
  • Einkaufen von Pflanzen und Dekorationsmaterial
  • Bereitstellen von Erde
  • Bereitstellen von Schere, Spaten, Harke und vor allem das Kniekissen
  • Auf dem Grab die bestehende Bepflanzung abräumen
  • Das Grab mit dem Spaten umgraben, mit der Harke verfeinern und in die gewünschte Form bringen. Gut geeignet ist eine leicht überhöhte, runde Oberfläche.
  • Pflanzen setzen, die vorbereiteten Zweige stecken und nach belieben ausschmücken.
  • Giessen nicht vergessen!
  • Letzter Kontrollblick, damit nichts vergessen wird
  • Sich am neuen Grabschmuck erfreuen
  • Sich an die schönen Momente mit der verstorbenen Person erinnern

Zeitpunkt zum Ausschmücken:

Da das Grab wunschgemäß am 1. November geschmückt sein soll, werden die Gräber bereits anfangs der zweiten Oktoberhälfte geschmückt. Warten Sie aber nicht zu lange. Es ist in den letzten Jahren immer wieder vorgekommen, dass es in dieser Zeit bereits geschneit hat. Dann ist es nicht mehr so angenehm die feinen Arbeiten zu verrichten.

Nun wünschen wir Ihnen viel kreatives Arbeiten und eine schöne Herbstzeit.