Kürbisse, dankbare Sommergewächse


Der Anbau und die Verwendung von Kürbissen lassen sich bis in alte Kulturen zurück- verfolgen. Schon die Indianer Amerikas bauten sie als Nahrungsmittel an. Getrocknet dienten sie auch als Gebrauchsgegenstände wie etwa als Rhytmungsinstrumente. Die zum Teil nur wenig durch Züchtung veränderten Kulturpflanzen werden seit dem 16. Jahrhundert auch in nördlich gemässigten Breitengraden als Nahrungs-, Zier-, oder gar als Futterpflanzen angebaut.

Die arten- und formenreichen Gattungen werden wie folgt unterschieden:

Speise und Riesenkürbisse

Sie können in verschiedenen Formen beachtliche Grössen erreichen. Speisekürbisse mit bis zu 50kg sind nicht selten. Sie sind einjährig und weisen nierenförmige meist fast ganzrandige Blätter und runde Stängel auf.

Bei den Speisekürbissen gibt es folgende Unterschiede:

Sommerkürbis: Zucchetti und Patisson erreichen bereits im Jugendstadium die Marktübliche Grösse. Die Früchte sind zart und müssen innert wenigen Tagen gegessen werden.

Winterkürbis: Nebst einigen frühreifen Sorten wir z.B. ‚Orange Knirps’ sind es Spätsorten die auch über längere Zeit gelagert werden können. Die hartschaligen, grossen, schweren und gut ausgereiften Früchte erntet man im Herbst. Im Keller gelagert können diese auch noch im Winter gegessen werden. Die Früchte sind nicht frosthart.

Unter den Speisekürbissen gibt es einige Sonderlinge:

Spaghettikürbis: Die japanische Spezialität entwickelt sich an langen Ranken. Die Früchte werden ca 25cm lang und dick. Ihre Farbe ist hellgelb. Sind sie ausgereift enthält ihr Inneres spaghettiähnliche Fäden.

Moschuskürbisse (Butternut): Die Pflanzen sind rankend und tragen glockenförmige Früchte.

Melonenkürbisse (Table Queen): Die Früchte sind dunkelgrün und segmentiert. Sind sie ausgereift erinnert ihr Aroma an Melonen.

Garten-, Zier- und Oelkürbisse

Unzählige Sorten mit den verschiedensten Formen werden heute vom Markt angeboten. Die wunderschönen Formen eignen sich ausgezeichnet zur Herbstdekoration von Hauseingängen und für die Terrasse. Nebst der Verwendung als Zier hat auch der Haloween-Kult bei uns Einzug gehalten. In den langen Novembernächten sollen mit den aus Zierkürbissen geschnitzten und mit Kerzen beleuchteten Masken die Geister ferngehalten werden. Beim runden Oelkürbis sitzen in der Mitte des Fleisches viele fettreiche Kerne aus denen vielerorts wertvolles Kürbisöl gewonnen wird.

Was beim Anbau beachtet werden muss:

Kürbisse werden wie Gurkengewächse mit Vorteil in Töpfen warm angezogen. Die Keimtemperatur liegt bei 20-22°C. Damit lässt sich die Kulturzeit und das Risiko bei schlechtem Wetter auf ein Minimum reduzieren.

Ausgepflanzt werden die gut abgehärteten Pflanzen ab der zweiten Hälfte Mai bis zweite Woche Juni. Ist das Wetter kalt und nass wird über den jungen Kürbis (wie bei Gurken und Zucchetti) ein Drahtkorb gestülpt und über den Korb ein Sack aus Weichplastik (transparenter Abfallsack). Das wirkt wie ein kleines Gewächshaus und die Pflanzen beginnen sich schnell zu entwickeln.

Kultur: Ausser nährstoffreicher Erde und genügend Wasser brauchen Kürbisse kaum Pflege. Sie gedeihen auch auf Komposthaufen oder alten Misthaufen vorzüglich.

Krankheiten und Schädlinge : Schnecken können junge Kulturen schädigen. Aber auch ein Mehltaubefall kann die Pflanzen zum absterben bringen. Sind erst Anzeichen sichtbar – weisse, mehlige Punkte auf den Blättern – so sollte mit Netzschwefel (Thiovit) o.a. gespritzt werden. (Anwendung auf der Packung beachten), will man die Pflanzen erhalten. Schwefel möglichst am Abend spritzen!
Den Schnecken kommt man am besten bei, wenn die Kürbisse in grosse Plastictöpfe (ca 15cm Durchmesser) eingepflanzt und so auf die Pflanzfläche (Gartenbeet, Komposthaufen u.a.) gestellt werden. Bei schlecht gelochten Plastictöpfen wird der Boden ausgeschnitten.

Achtung : Durch den Anbau von Speise- und Zierkürbissen können im kommenden Jahr, wo Kürbisse vom Vorjahr liegen geblieben sind durch den Samen neue Pflanzen entstehen. Diese können leicht bis mittel giftig werden. Es empfiehlt sich deshalb wild aufgelaufene Kürbisse nicht zum Verzehr zu verwenden!