Fruchtfolge Krankheiten vermeiden


Im Gemüsegarten mit guter Fruchtfolge Krankheiten vermeiden

Eine gute Fruchtfolge im Garten ergibt nicht nur höhere Erträge sondern vermindert den Befall von Krankheiten und Schädlingen.

Werden die gleichen Gemüse immer wieder am gleichen Ort angepflanzt oder angesät, so kann es recht schnell zu Ertragseinbussen führen. Verursacht werden diese Probleme nicht nur durch einseitige Nutzung des Bodens sondern auch durch verschiedene Schadorganismen die sich im Boden entwickeln. Salat (Wurzelläuse), Kohlgewächse (Kohlerdfloh, Kohlfliege, Kohlhernie u.a.), Erbsen (Wurzelfäule), Spinat, Randen (Wurzelbrand u.a.), Karotten, Sellerie (Möhrenfliege) u.a.m. Um solche Unstimmigkeiten bei den Gemüsen zu vermeiden, wird im Frühjahr ein Fruchtfolgeplan erstellt. Das gilt nicht nur für Gartenbeete sondern auch für Hochbeete und andere Pflanzgefässe.

Fruchtfolgeplan

Um einen Fruchtfolgeplan zu erstellen werden Fruchtfolge empfindliche Gemüse in zwei Gruppen unterteilt.

  1. Gemüse mit hohen Ansprüchen an Boden und Nährstoffe, empfindlich auf Fruchtfolgeschäden sind:

Kohlgewächse (Kohlrabi, Blumenkohl, Broccoli, Kabis, Wirz, Rosenkohl u.a.), Spinat, Randen, Stielmangold, Knollensellerie, Kartoffeln u.a..

  1. Gemüse mit mässigen Ansprüchen an Boden und Nährstoffe, empfindlich auf Fruchtfolgeschäden sind:

Karotten, Erbsen, Zwiebeln u.a..

Bei der Fruchtfolge darauf achten, dass dort wo letztes Jahr Gemüse von der ersten Gruppe,

z. B. Kohlgewächse kultiviert wurden, nun dieses Jahr Gemüse aus der zweiten Gruppe, z.B. Karotten angebaut werden. Die Nährstoffe werden dem Boden dadurch gleichmässiger entzogen. Krankheiten und Schädlinge können sich durch den Wechsel weniger verbreiten.

Salate

Sie gehören eigentlich in die zweite Gruppe, gedeihen aber auch mit Gemüsen der ersten Gruppe ausgezeichnet.

Hier ist es wichtig, dass der Standort auch innerhalb des Kulturjahres ständig gewechselt wird, damit sich nicht Wurzellauskolonien entwickeln und die Salate schädigen. Diese Massnahme ist beim Anbau in Hochbeeten besonders wichtig. Was für den Salat gilt ist auch bei Radies, Rucola oder Rettich wichtig, um die Entwicklung der Kohlfliege oder im Sommer der Kohlerdfloh möglichst tief zu halten.

Fruchtfolge und Mischkultur

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Auch in Gefässen ist eine Mischkultur möglich: Kohlrabi, Schnittsalat, Radies (vorne)

Mit einer Mischkultur kann die Fruchtfolge ergänzt werden. Statt nur eine Gemüseart, können gleich zwei oder mehr auf das gleiche Gartenbeet gepflanzt, bez. gesät werden.

Für Mischkulturen werden die Beete, 1,2m breit, in fünf Reihen eingeteilt.

Zu den ältesten Mischkulturen gehören wohl Zwiebeln und Karotten (auf das gleiche Gartenbeet z.B. 2 Reihen Zwiebeln und 3 Reihen Karotten, oder, eine Reihe Salat (mittlere Reihe) 2. Und 4. Reihe Zwiebeln und 2 Reihen Karotten (Aussenreihen).

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2 R Zwiebeln und 3 R Rüebli mit wenig Dilleinsaat als Keimförderer
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Fenchel (mittlere Reihe), Spinat, bereits geschnitten 2. und 4. Reihe, Kohlgewächse (Aussenreihen)

Aber auch Bohnen und Kohlgewächse z.B. Blumenkohl o.a. sind beliebte Mischkulturen die einander im Wachstum fördern.

(z.B. 1 R Blumenkohl i.d. Mitte, Schnittsalat, Radies o.a. 2. und 4. Reihe, Bohnen in den beiden Aussenreihen.

Eine Gründüngung kann ebenfalls mit einbezogen werden:

(z.B. Kohlgewächse mittlere Reihe, 2. und 4. Reihe Landsbergergemenge= verhindert Kohlhernie und Wurzelschädlinge bei Kohlgewächsen, Aussenreihe Randen und Knollensellerie. Landsbergergemenge entwickelt sich stark. Deshalb wird es während der Kultur 2-3mal mit einem Messer zurückgeschnitten.

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Gründüngung (hier Landbergergem.) muss 2-3mal zurückgeschnitten werden damit es die Kulturpflanzen nicht konkurrenziert.

Wichtig ist, dass der Boden der Gartenbeete möglichst früh durch Pflanzenwuchs abgedeckt wird, damit sich nicht eine unliebsame Unkraut Flora entwickeln kann.