Der Garten, eine Insel der Vielfalt für Bienen


Gärten werden neu angelegt, vergrössert, verkleinert, umgestaltet. Doch wird dem Nutzen für die Umwelt, z.B. der Bienen, Hummeln und anderen wertvollen Insekten auch genügend Beachtung geschenkt?

Gärten mit ihrer Vielfalt sind für die Entwicklung der Bienen, von sehr grosser Bedeutung. Es gibt kaum bepflanzte Flächen die auf kleinem Raum eine so grosse Pflanzenvielfalt aufweisen wie die Gärten. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden heute stark bewirtschaftet. Dadurch kommen wichtige Nahrungsspender für Bienen kaum mehr oder nur für kurze Zeit zum Blühen. In Gärten blühen eine Vielfalt von verschiedensten Nahrungspflanzen (Trachtpflanzen) auf, die über das ganze Kulturjahr blühen und den Bienen, Hummeln und anderen Insekten für Pollen und Nektar zur Verfügung stehen. Sicher, das Potential der Gärten und anderen extensiven Flächen könnte noch besser für diesen ökologischen Ausgleich genutzt werden.

Nicht mehr benutzte Kulturflächen

Kleiner werdende Familien, Zeitmangel oder auch die Gesundheit können dazu führen, dass nur noch Teile des Gartens bewirtschaftet werden können. Um den Garten nicht verkleinern zu müssen und damit die Kulturflächen für die kommende Generation erhalten bleibt lohnt es sich, diese Flächen mit einer extensiven Dauerpflanzung zu begrünen. Anstelle einer gesäten Blumenwiese können hier für Insekten Trachtreiche Pflanzen ausgewählt werden die sehr extensiv sind, schön blühen, zum Teil noch als Kräuter in der Küche verwendet werden können und über Jahre nicht ausgewechselt werden müssen. Oregano, Thymian, Lavendel, Bergbohnenkraut, verschiedene Minzen, allen voran die Katzenminze (Calametha), Sedum Arten u.a. sind Pflanzen die sehr dicht wachsen und ein aufkommen von Gartenunkräutern unterdrücken. Sie blühen über viele Wochen im Sommer, wenn Bienen Mühe haben Futter zu finden. Sie sind einfach zu pflegen und werden nur einmal, im Herbst bis auf den Stock heruntergeschnitten. Während des Sommers können Oregano, Thymian u.a. auch noch in der Küche verwendet werden.

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Ein Garten der vergandet und nur noch Ansatzweise
bewirtschaftet wird, ist für Bienen keine ausgiebige Nahrungsquelle.

Blumenbeete

Das Anpflanzen von Blumenbeeten übers Jahr ist mit viel Arbeit und Geld verbunden. Auch hier lässt sich der Aufwand deutlich vermindern, wenn mehrjährige Blütenpflanzen miteinbezogen werden. Natürlich wird darauf geachtet, dass diese schön sind, über eine lange Zeit blühen und erst noch als Futterpflanzen für Bienen und andere Insekten zur Verfügung stehen. So kann zum Beispiel flachwachsender Thymian als Randbepflanzung, Lavendel für die Mitte eines Blumenbeetes und Oregano, Ysop oder niedrig wachsende Minze punktuell ins Blumenbeet eingepflanzt werden. Nur noch die restlichen Flächen werden mit Saisonblumen ausgefüllt um dem Beet einen jahreszeitlichen Charakter zu geben. Dabei verliert das Blumenbeet seine Schönheit nicht. Der Aufwand wird aber bedeutend reduziert und der ökologische Wert steigt.

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Thymian als Randpflanze bei einem Blumenbeet ist eine
richtige Bienenweide im Sommer

Extensive Flächen rund ums Haus

Um den Pflegeaufwand von Grünflächen über den Sommer zu reduzieren können diese ebenfalls mit einer Dauerpflanzung von trachtreichen Pflanzen begrünt werden. Die Pflanzfläche wird mit einer Stechschaufel mit der bestehenden Vegetation umgegraben und dann gleich bepflanzt. Dabei werden die bereits oben erwähnten Pflanzen ausgewählt. Oregano (vulgare = einheimischer) hat den Vorteil, dass er schnell wächst und sich ausbreitet. Er ist ein ausgezeichneter Konkurrent gegenüber der Wildvegetation und Ackerunkräutern. Nebst den erwähnten Thymian, Bohnenkraut, Calamentha (Minze), Lavendel und Ysop, lässt sich das Sortiment erweitern mit Ajuga (Günsel), Malven, Heuchera (besonders für Wildbienen) Sedum Herbstfreude u.a.. Mit einer guten Zusammensetzung entsteht eine wunderschöne Blumenwiese die, ergänzt mit Blumenzwiebeln, vom frühen Frühjahr bis tief in den Herbst hinein blüht. Ein richtiges Buffet für Bienen Hummeln und andere Insekten. Nur wer einmal an einem schönen Sommertag eine solche Blumenwiese begeht und das Summen der unzähligen Bienen, Hummeln und Co hört, kann den Wert einer solchen Bepflanzung verstehen. Die Wiese wird nur einmal im Spätherbst mit einer Heckenschere, von Hand oder mit einer Motorsense bis auf Handbreite gemäht. Beim Mähen auf den Lavendel Rücksicht nehmen. Dieser sollte nicht zu tief geschnitten werden.

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Gepflanzte Blumenwiese mit spontan entwickelter wilden Karotte