Der Garten, ein Aufsteller

In Krisenzeiten, so auch jetzt, haben Gärten immer an Bedeutung gewonnen. Die Vielfalt und das multifunktionelle dieser Pflanzflächen bringen Abwechslung und Freude in den Alltag.

Nein, es ist keine einfache Situation die Corona Krise. Für uns alle bedeuten die Einschränkungen wegen der Ansteckungsgefahr, Verzicht, Mehrarbeit bis hin zu existenziellen Ängsten im Alltag. Der Garten mit seinen vielseitigen Möglichkeiten bringt hier etwas Abwechslung.

Der Garten als Rückzugsort

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Das Frühlingserwachen im Garten ist eine richtige Wohltat für die Seele

Der Garten ist durch die Umzäunung eine geschützte Fläche. Hier kann man sich zurückziehen, wenn man das Bedürfnis dazu hat. Es gibt immer Arbeiten die in solchen Situationen erledigt werden können. Dabei kann man den Gedanken freien Lauf lassen. Besonders jetzt, im Frühling, wenn der Garten zu neuem Leben erwacht, ist es eine richtige Wohltat im Garten zu sein und wieder aufzutanken für die Herausforderungen die im Haus und Hof u.a. warten.

Der Garten als Anbaufläche

Für viele bedeutet der Garten nicht nur ein Ort der Erholung sondern es soll auch etwas darin angebaut werden. Samen soll aufgehen, wachsen und Ertrag bringen. Natürlich, leere Flächen sollen wenn immer möglich genutzt werden sonst verunkrauten sie.

Zwar ist die Besorgung von Setzlingen und anderen Gartenpflanzen in den nächsten Wochen wohl noch stark eingeschränkt. Dafür kann Samen und andere Hilfsmittel per Post leicht über Versandfirmen besorgt werden.

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durchgearbeitete Gartenerde mit Mischerde überstreuen
und nicht zu dicht ansäen

Setzlinge erhält man vielleicht aus der Nachbarschaft oder man zieht sie ganz einfach wieder selber an. Dazu genügt ein kleines Treibbeet im Garten oder auch nur ein Schneckenstoppring o.ä., der im Garten an einer milden Stelle leicht in den Boden gedrückt wird. Es ist ein Vorteil wenn der natürliche Gartenboden mit einer dünnen Schicht feiner Erde abgedeckt wird. Dazu eignet sich reife Komposterde oder die feine Landerde die Mäuse und Maulwürfe auf den Wiesen aufgestossen haben, vermischt mit ca 10% Sand.

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gut bewässerte Saat bis zur Keimung mit Deckel abdecken

Wenn die Saatfläche mit dieser gemischten Erde ergänzt worden ist, wird ausgesät. Ob Blumen oder Gemüse spielt keine Rolle. Der Bedarf bestimmt die Aussaat. Beim sähen darauf achten, dass nicht zu dicht gesät wird. Die Saat wird mit der gleichen feinen Erde wie oben leicht abgedeckt (doppelte Samendicke), mit feiner Brause gut angegossen und vor dem Austrocknen geschützt. (Beim Frühbeet Fenster auflegen und beim Schneckenstopp gibt es entsprechende Deckel dazu.)

Darauf achten, dass die Saat nicht austrocknet. Bei Frostgefahr über Nacht ein Tuch auflegen, damit die aufgehende Saat vor Frost geschützt ist.

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heranwachsende Kresse 4 Tage nach der Saat

Nach der Keimung die Fenster des Frühbeetes leicht lüften und auch den Deckel beim Schneckenstopp entfernen. Sind die Setzlinge erstarkt und herangewachsen, können diese ohne weiteres verpflanzt werden. Dabei darauf achten, dass diese sorgfältig aus der Erde genommen und sofort gepflanzt werden. Die Pflanzzeit auf den späten Nachmittag oder Abend festlegen. Die jungen Setzlinge gut angiessen und vor allem Salat vor Schneckenfrass schützen (Schneckenstopp o.a.).

Der Garten als Beschäftigungsort auch für Kinder

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Viele Kinder lassen sich gerne von der Gartenarbeit begeistern

Jetzt, wo die Kinder so oder so zu Hause sind, gibt es die Möglichkeit diese an den Gartenarbeiten mit teilhaben zu lassen. Aussähen, Pflanzen und Ernten sind faszinierende Arbeiten für welche viele Kinder begeistert werden können. Auch wenn einmal etwas nicht so genau stimmt wie wir es gewohnt sind, so spielt das keine Rolle. Nie kann einem Kind so vor Augen geführt werden was es bedeutet selber Gemüse anzubauen als jetzt, wo in den kommenden Monaten vielleicht dies oder das in den Verkaufsregalen fehlt. Es wäre eine wichtige Lektion für die Zukunft der jungen Generation.