Das Wasser bestimmt das Wachstum im Garten


Bei Trockenheit Gärten frühzeitig wässern.

Alles Leben ist ans Wasser gebunden auch die Pflanzen im Garten. Die Versorgung der Pflanzen mit Wasser in Trocken- und Hitzezeiten ist eine besondere Herausforderung für den Kleingärtner/die Kleigärtnerin.

Trotz ausgiebiger Regenfälle können nachfolgende Hitzetage dazu führen, dass der Boden schnell wieder austrocknet und die Pflanzen im Garten Wassermangel aufzeigen. Das ist ja nicht verwunderlich. Denke man nur, dass Kohlgewächse ihre Blatttemperatur nur niedrig (24-26°C) halten können, wenn ihnen genügend Wasser zum kühlen zur Verfügung steht. Frischpflanzungen, seien es Blumen oder Gemüse sind ebenfalls auf eine gute Versorgung mit Wasser angewiesen. Steht den Strauchbeeren in den Tagen der Beerenreife zu wenig Wasser zur Verfügung, werden die Früchte notreif mit einer verminderten Qualität.

Es lohnt sich deshalb die Pflanzen zu beobachten und frühzeitig zu giessen wo nötig. Bei Welkeerscheinungen bei Gemüse oder bei Blumen, sollte möglichst bald gegossen werden, will man Ernteeinbussen bei Gemüse oder Beeren verhindern.

Möglichst früh, vor Sonnenaufgang giessen

Nicht überall steht temperiertes Regenwasser für eine gezielte Wassergabe zur Verfügung. Besonders dort, wo Regner eingesetzt werden die ans Leitungswasser angeschlossen sind, ist es wichtig, dass diese möglichst früh am Morgen eingesetzt werden. Der Schock auf die Pflanzen ist durch die niedrige Temperaturdifferenz zwischen Wasser- und Blatttemperatur frühmorgens am kleinsten. Auch die Schnecken halten sich zurück, wenn Boden und Blatt während der Nacht nicht nass oder feucht sind.

Die Giessmenge richtet sich nach dem Bedarf der Pflanzen. Während Kohlgewächse oder allgemein Blattgewächse einen grossen Wasserbedarf aufweisen, sind Wurzel- und Knollengemüse mit weniger zufrieden. Die Wassermenge, die gegossen wird sollte einem Niederschlag von 5-10mm entsprechen, das sind 5-10 Liter pro m2. Bei normalen Sommertemperaturen (-25°C) reicht diese Menge im Schnitt für eine Woche.

Bei Temperaturen über 25°C muss nach ca 3 Tagen erneut gegossen werden.

Mit Spritzkanne giessen

Es ist zwar aufwendig, aber sehr wirkungsvoll. Neupflanzungen oder kleine Pflanzungen werden am besten mit der Kanne gegossen. Bei den Neupflanzungen ist der Strahl aus der Kanne zum angiessen besonders wichtig. Dabei wird nicht nur die Pflanze getränkt sondern die Erde zu den Wurzeln geschwemmt. Dabei werden die Pflanzenwurzeln gut mit der Erde verbunden und beginnen sofort zu wachsen. Aber auch Gemüse im Wachstum kann mit der Spritzkanne wirkungsvoll gegossen werden. Man wässert, wie bei der Tropfbewässerung nur den Wurzelbereich einer Pflanze, dafür aber sehr gut. Auch bei Gefässen wird meist mit der Kanne gegossen, ausser man entscheidet sich für ein Wässerungssystem. Beim Giessen von Hand kann auf die Bedürfnisse der Pflanzen Rücksicht genommen werden.

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Mit Spritzkanne giessen ist sinnvoll aber körperlich anstrengend

Wässern mit Schlauch und Brause

Hier fällt das Tragen von schweren Wasserkannen weg. Das Giessen wird viel einfacher und auch effektiv da nicht immer Wasser nachgeholt werden muss. Allerdings kann meistens nur Leitungswasser eingesetzt werden mit einem Leitungsdruck. Ausser es steht ein grosses Reservoir mit Regenwasser und Pumpe zur Verfügung. Bei Leitungswasser ist es ganz wichtig auch am Morgen, vor Sonnenaufgang zu wässern. Die Menge ist hier etwas schwer abzuschätzen. Wer es wissen will, kontrolliert die durchlaufende Menge mit einem Eimer mit Literangaben.

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Ein Wasserschlauch mit Brause erleichtert die Giessarbeit

Giessen mit dem Rund- oder Schwenkregner

Heute werden in Kleingärten oft Regner eingesetzt. Mit diesen wird die Fläche mehr oder weniger gleichmässig gewässert. Sie sind einfach zu bedienen und sind im Allgemeinen Betriebssicher. Wichtig ist, dass diese möglichst am morgen früh gestartet und wieder abgestellt werden. So trocknet der Boden nie ganz aus und die Pflanze profitiert von einer günstigen Luftfeuchtigkeit. Ein Nachteil ist, dass alle Pflanzen gleichviel Wasser bekommen. Das kann ein Nachteil z.B. bei Zwiebeln sein. Auch Bohnen schätzen diese Art von Bewässerung nicht immer. Vor allem, wenn am Morgen zu spät bewässert wird, können die Pflanzen mit Bohnenrost befallen werden.

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Schwenkregner versprühen viel Wasser. Nicht zu lange laufen lassen.

Schwenkregner versprühen relativ viel Wasser, pro Stunde 1000-1500Liter. Für die Wassermenge die einem Niederschlag von 5mm entspricht, wird der Schwenkregner 20 Minuten laufen gelassen.

Giessen mit Tropfbewässerung

Dies wäre die einfachste Art unsere Pflanzen regelmässig mit genügend Wasser zu versorgen. Hier spielt die Tageszeit und die Wasserqualität weniger eine Rolle. Es wird nur der Boden bewässert, die Pflanzen bleiben trocken. Es muss aber ein gut funktionierendes System sein, bei dem nebst einer Druckreduzierung auch ein Filter am Anfang der Leitung eingebaut ist. Damit wird verhindert, dass die Tropfeinheiten verunreinigt werden. Wo ein solches System eingebaut werden soll, lässt man sich am besten von Fachleuten beraten.

Verdunstung reduzieren mit einer Mulchschicht

Eine gute Mulchschicht aus Stroh- oder Chinaschilfhäcksel hilft den Boden feucht halten. Es verdunstet viel weniger Wasser, das letztlich den Pflanzen zur Verfügung steht. Dass damit ein Unkrautwuchs eingedämmt wird ist eine günstige Nebenwirkung.

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Mit einer Mulchschicht aus Strohhäcksel o.a. kann das Austrocknen des Bodens gebremst werden

Mulch wird bei gut entwickelten Dahlien (Achtung Schnecken) oder bei Sträuchern aller Art eingesetzt. Anders als bei Gemüse, wird hier die Mulchschicht zwei bis drei Zentimeter dick gestreut.

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Aubergines (Eierfrüchte) legen ihre Blätter bei Hitze und Trockenheit gegen oben zusammen um die Verdunstungsfläche der Blätter zu verringern.