Das Hügelbeet, einfach und wirkungsvoll!


In kühlen Sommern ist es oft schwierig wärmebedürftige Gemüse erfolgreich anzubauen. Mittlere bis höhere Lagen sind davon besonders betroffen. Mit einem Hügelbeet kann diese Schwierigkeit umgangen werden.  

Das Hügelbeet ist eine geordnete Aufschichtung von Holz, Laub und Kompostmaterial mit Zwischenschichten von Erde. Das Material erwärmt sich und bietet eine ideale Kulturfläche für wärmebedürftige Gemüse wie Gurkengewächse, Peperoni, Aubergines u.a..

Geschichte

Die Form der Hügelkultur geht auf den Anfang des gezielten Gemüseanbaus zurück. Seit längster Zeit ziehen die Chinesen ihr Gemüse auf erhöht angelegten Hügelbeeten. Drainage und Wassergaben können besser kontrolliert und beeinflusst werden als im Mutterboden. Durch die Erhöhung (Hügel), wird der Boden besser mit Sauerstoff versorgt. Dadurch wird das Wachstum entsprechend gefördert. Das ist wohl die Begründung dieser uralten Kulturform und ist sie bis heute geblieben. Während in den Kleingärten heute oft auf Hügelbeeten kultiviert wird, setzt der Erwerbsanbau bei hohem Grundwasserstand oder nassen Kulturböden auf die Dammkultur, die der Idee des Hügelbeetes sehr nahe steht.

Der Aufbau eines Hügelbeetes

Ein Hügelbeet kann im Herbst oder im Frühjahr angelegt werden. Dazu wird eine helle, sonnige Stelle im oder ausserhalb des Gartens ausgewählt. Die Breite eines Hügelbeetes beträgt 1,5-1,8m, so dass beim Aufbau eine schöne Hügelbildung entsteht.

  • Zuerst wird die Fläche abgesteckt und die Erde innerhalb des abgesteckten Umrisses ca 25cm tief ausgehoben und seitlich deponiert. (Die Erde aufbewahren, sie wird zum Aufbau gebraucht.)
  • Zum Schutz vor Mäusen wird nun ein feinmaschiges Drahtgeflecht (Sechseckgeflecht mit 13x13mm Maschenweite) über die ganze Fläche ausgebreitet und seitlich, bis ein paar cm über den natürlichen Boden, hochgezogen.
  • In der Beetmitte wird jetzt Schnittholz eingebracht das auf 20 – 30 cm Länge geschnitten wird (ca 60cm breit und 40cm hoch)
  • Der Holzkern wird mit Grasschollen, Laub, Gartenabfällen oder Stroh abgedeckt (ca 10cm).
  • Auf diese Schicht kommen ca 10 cm Erde. Über die Erde 1 Handvoll Kalksteinmehl oder Holzasche streuen.
  • Jetzt kommt wieder eine Schicht (25cm) Laub/Grobkompost. Material immer gut anfeuchten.
  • Um die Rotte zu fördern kann pro m2 ein Handvoll Hornspäne oder sonst ein Stickstoffhaltiges Material wie Tierhaare, Federn o. a. darüber gestreut werden.
  • Diese Schicht wieder mit Erde abdecken. Über die Erde 1 Handvoll Kalk oder Holzasche streuen.
  • Die Schichten wiederholen bis das Mass des Hügelbeetes erreicht ist.
  • Das Hügelbeet mit einer letzten Schicht Erde (15-20cm) abschliessen.
  • Nun wird das ganze Beet mit einer Mulchfolie oder mit Bändchengewebe abgedeckt. Damit wird der Unkrautwuchs verhindert und das Innere des Hügelbeetes bleibt gleichmässig feucht.

Die Bepflanzung

Ein Hügelbeet kann direkt bepflanzt werden indem im Abstand der vorgesehenen Pflanzen Öffnungen in die Abdeckung geschnitten und die Pflanzen direkt eingepflanzt werden.
Um Schneckenfrass weitgehend zu verhindern lohnt es sich die entsprechenden Jungpflanzen in alte Kunststofftöpfe einzupflanzen denen zuvor der Boden ausgeschnitten wurde. Wird nun der Topf so in die ausgeschnittenen Öffnungen eingesenkt, dass möglichst wenig Zwischenraum zwischen Abdeckung und Topf entsteht, gibt es kaum Schneckenprobleme.
Alle Gurkengewächse können wie folgt direkt auf das Hügelbeet gesät:

  • Ein alter Kunststofftopf (12 cm Durchmesser), dem der Boden ausgeschnitten worden ist, mit Topferde füllen und Zuchetti, Gurken o.a. direkt hinein säen. Gut giessen und den Topf in die vorgesehene Öffnung in der Abdeckung des Hügelbeetes einsenken. Dann einen etwas kleineren Topf mit Boden verkehrt darüber stülpen und mit einem kleinen Stein beschweren. Durch die Erwärmung des Hügelbeetes und durch die Sonne erhält die Saat die notwendige Temperatur und beginnt rasch zu keimen. Die so herangewachsenen Jungpflanzen entwickeln sich sicher und schnell. Es sind kaum Wachstumsstörungen oder Misserfolge zu erwarten.

Alter eines Hügelbeetes

Der Kern eines Hügelbeetes kann sich gut vier bis fünf Jahre halten. Es empfiehlt sich nur die obersten 50cm jährlich abzutragen. Das kompostierte Material ist in einem Jahr verrottet und es ist daraus wertvolle Komposterde entstanden. Der verbleibende Kern des Hügelbeetes wird mit zwei Schichten Rohkompost und einer Deckschicht mit Erde erneuert (wie oben beim Aufbau des Hügelbeetes). So bleibt das Hügelbeet immer als aktive und wertvolle Kulturfläche erhalten.