Pflanzenschutz mit Kräutern

Kaum beginnt das Wachstum im Garten, wird auch der Pflanzenschutz wieder aktuell.

Anstelle von giftigen Pestiziden können im Garten nebst vorbeugenden Massnahmen auch Kräuter und Kräuterauszüge eingesetzt werden.

Mit der fortschreitenden Entwicklung der Vegetation beginnen sich auch die Insekten und Kleintiere zu regen. Nach dem langen Schlafstadium steht ihre Vermehrung an erster Stelle. Das erklärt auch, warum sich Schädlingspopulationen im Garten schnell entwickeln können. Der Garten ist nicht nur ein Pflanzenparadies, er enthält auch günstige Versteckmöglichkeiten und Futterquellen für die heranwachsenden Jungtiere. Bereits bei den Frühlingsarbeiten im Garten, sollten diese Gegebenheiten berücksichtigt werden. Mit dem Schaffen von schlechten Voraussetzungen für Schädlingspopulationen, nimmt auch der Schädlingsdruck bei den Frühkulturen ab.

Gute und tiefgründige Bodenbearbeitung

Der Boden sollte, wo im Herbst nicht umgegraben worden ist, im Frühjahr mit einer Stechgabel gut und tief gelockert werden. Dabei wird mit der Grabgabel tief eingestochen die Gabel am Stiel rückwärtsgezogen und so die Schollen gelöst ohne diese zu wenden. Das ist ausserordentlich wichtig für den Sauerstoffeintrag in den Boden. Das Bodenleben entwickelt sich gleichmässiger und es entstehen weniger starke Populationen von Bodenschädlingen wie Salatläuse, Erdflöhe, Ameisen u.a. Die Oberfläche der Gartenbeete mit dem Kräuel gut durcharbeiten, dass ohne Behinderung von grossen Schollen gesät und gepflanzt werden kann. Gegen Ameisen im Erdbeerbeet oder auch sonst, wo diese zu wirken anfangen, Tontöpfe mit der grossen Öffnung nach unten leicht in den Boden drücken. Die ideale Wärme die durch Sonnenschein und Tontopf entsteht, nutzen die Ameisen für Nestbau und Brut. Sobald der Topf voll ist (im Abzugsloch sichtbar), Topf entfernen und Nest mit der Brut entsorgen.

Fruchtfolge einhalten

Wurzelläuse, Wurzelkrankheiten, schleppendes Wachstum, vermehrtes Auftreten von Bodenschädlingen können weitgehend reduziert werden bei einer guten Fruchtfolge.

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auch Ringelblumen können die Kohlweisslingsschmetterlinge abhalten

Dabei auch darauf achten, dass nie Salat nach Salat gepflanzt wird. Immer eine Zwischenkultur (Radies, Hirschhornsalat, Kresse oder Rucola) ansäen bevor wieder Salat gepflanzt wird. Auch Kohlgewächse, Spinat, Stielmangold und Randen unbedingt nicht an den gleichen Standort Säen oder Pflanzen wie im Vorjahr.

Gründüngung auswählen

Nicht jede Gründüngung eignet sich im Garten. Senfsaaten sollten der Kohlgewächse wegen möglichst vermieden werden, damit sich nicht unbemerkt Kohlschädlinge und Krankheiten entwickeln können. Anders die Zwischensaaten mit ‚Landsbergergemenge‘. Die Wurzeln des Raigrases verhindern ein starkes aufkommen von Wurzelschädlingen und Krankheiten, auch die des Drahtwurmes. In Zwischenreihen gesät zu Kohlgewächsen, Sellerie, Lauch, ist die Entwicklung auch nicht problematisch. Wächst das Gras zu einer Konkurrenz gegenüber den Gemüsen heran, wird dieses einfach zurückgeschnitten. Dort wo diese Mischung eingesät wird, entwickelt sich bedeutend weniger Unkraut. Achtung! Reihenabstände einhalten (mind. 25 cm).

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(von Mitte gegen aussen): Kohlgewächse und Koreanische Minze gegen Kohlweissling, ‚Landsbergergemenge‘ gegen Bodenschädlinge, Dill bei Randen als Keimhelfer

Direkte Regulierung

Es gibt Situationen, wo Schädlingspopulationen direkt reduziert werden müssen, will man nicht eine verminderte Ernte.

Läuse können ganz einfach mehrmals mit kaltem Wasser besprüht werden und zwar am Morgen, vor Sonnenaufgang. Die Blätter der Pflanzen müssen von der Nacht her noch kalt sein, damit sie nicht einen Schock erleiden und die Pflanzen geschwächt werden.

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Werden Wasser oder Pflanzenauszüge gespritzt, ist es wichtig dass Blätter unten und oben aber auch der Stängel gründlich abgespritzt werden.

Ein abspritzen der Läuse mit einem Kaltwasserauszug von Brennnesseln, bringt ebenfalls Erfolg (Kaltwasserauszug: 1kg Brennnesseln in 10Liter Wasser ansetzen, 24 Stunden ziehen lassen und unverdünnt spritzen. Achtung! Nicht länger als 24 Stunden ziehen lassen sonst besteht die Gefahr von Verbrennungen).

Ameisen; Pflanzen mit einem Kaltwasserauszug aus Rainfarn giessen (Kaltwasserauszug wie Brennnesseln). Mehrmals wöchentlich wiederholen.

Spinnmilben, Weisse Fliegen, Läuse: Pflanzen mit einem Kaltwasserauszug aus Rainfarn und 0,5% Pflanzenöl oder Pflanzenseife (meistens Rapsöl mit Emulgatoren als Pflanzenöl im Handel, (! kein Salatöl, dieses verteilt sich nicht im Wasser!) am Abend nach Sonnenuntergang, vor dem Einnachten spritzen. Blätter von unten und oben gut benetzen und auch den Stängel von allen Seiten.

Lauchmotten, Kohlweisslings, Möhrenfliege sind alles fliegende Insekten die sich in den entsprechenden Kulturen niederlassen und ihr Unwesen betreiben. Kohlgewächse, Karotten und Lauch werden deshalb mit engmaschigen Insektenschutznetzen abgedeckt. In der Regel von Mitte Mai/anfangs Juni bis Ende Juli. Wo keine Schutznetze aufgelegt werden empfiehlt es sich, wöchentlich mit einem Tee aus Thymian, Geiztriebe von Tomaten und Pfefferminze die Kulturen zu spritzen, wirkt Repellent (abwehrend). (Tee: eine kleine Handvoll Kräuter (gemischt) mit kochendem Wasser übergiessen, mit Deckel abdecken und kalt stellen. Unverdünnt spritzen.)

Wurzelschädlinge (Wurzelläuse, kleine Raupen u.a.) können mit einem Tee aus Salbei weitgehend verhindert werden. (1kleine Handvoll Salbeikraut, auch blühend auf 1 Liter heisses Wasser) Sobald der Tee kalt ist, kann dieser bei frisch gepflanzten Kohlgewächsen, Salaten o.a. gegossen werden. Wo solche Schädlinge im Vorjahr schon aufgetreten sind, Behandlung nach zwei Wochen wiederholen.

Mehltau, auch hier kann ein Salbei Wunder wirken wenn man diesem noch ½% Pflanzenöl beimischt. Am Abend, nach Sonnenuntergang gründlich spritzen.