Giftige Pflanzenschutzmittel lösen Parkinson aus!

Dieses Forschungsergebnis machte am Ende des vergangenen Jahres Schlagzeilen in der Presse. Wie gehen wir im Garten damit um?

Es handelt sich hier um einen natürlichen Wirkstoff der seit Jahrzehnten gegen Insekten im Kleingarten aber auch in Grosskulturen eingesetzt wird. Während dieser Wirkstoff in der EU bereits verboten ist, war er in der Schweiz bis heute noch zugelassen. Es ist zu erwarten, dass der Wirkstoff Rotenon auch bei uns demnächst verschwindet. Zu diesem Thema müssen aber weiterhin Fragen gestellt werden. Der Wirkstoff Rotenon ist einer von vielen, die im Pflanzenbau und zum Teil auch in Gärten eingesetzt werden. Jeder Kleingärtner und jede Kleingärtnerin tragen Verantwortung für ihr Umfeld und für all jene, die die Gartenprodukte mit konsumieren oder mit behandelten Pflanzen in Berührung kommen (Allergien). Es kommt immer wieder vor, dass Wirkstoffe die seit Jahrzehnten als Pestizide zur Anwendung kommen, sich plötzlich als schädlich für Mensch und Umwelt erweisen. Der Verzicht auf den Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln sollte für jede Kleingärtnerin, für jeden Kleingärtner Priorität haben. Es gibt eine ganze Anzahl von Möglichleiten, welche den Gebrauch von solchen Mitteln verringern oder gar erübrigen.

Planung mit in den vorbeugenden Pflanzenschutz einbeziehen

Mit einem guten Gartenplan lassen sich eine ganze Anzahl von Fruchtfolgeschädlinge und Krankheiten verhindern oder auf ein erträgliches Mass reduzieren (Bodenschädlinge und Krankheiten bei Kohlgewächsen, Drahtwürmer, Bohnenfliegen, Erdschnaken= Erdraupen und andere mehr). Dabei ist zu beachten, dass Kulturen aus der gleichen Familie nie zweimal im gleichen und auch im kommenden Jahr hintereinander ins gleiche Gartenbeet oder die gleiche Pflanzreihe gesät bez. gepflanzt werden. Gerade bei Gartenschädlingen gibt es während einer Kultursaison mehr als eine Generation (Lauchmotte, Kohlweisslingsraupen u.a.). Das muss bei der Planung berücksichtigt werden. Wichtig bei der Planung sind auch Mischkulturen. Diese sind mitverantwortlich, dass möglichst wenig oder gar keine Pestizide eingesetzt werden müssen.

Vorbeugen ist wichtiger als Bekämpfen

Ameisen, obwohl diese nicht zu den Schädlingen gezählt werden, können in Zeiten von Nahrungsknappheit zeitweise zu Schädlingen werden. Sie können sich im Garten auch unbegrenzt ausbreiten, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird. Um die Population von Ameisen in Grenzen zu halten werden im Frühjahr, bei Beginn der Pflanzzeit an verschiedenen Stellen am Rand der Gartenbeete Tontöpfe, mit Öffnung nach unten, aufgestellt. Die Wärme der Töpfe zieht Ameisen an um ihr Nest zu bauen. Wenn die Brut nun regelmässig ausgeräumt wird, bleibt die Population der Ameisen im Garten gering. Es müssen keine weiteren Bekämpfungsmittel eingesetzt werden.

Kulturen mit Kulturhilfsmitteln schützen

Kohlgewächse, Lauch, Karotten, Sellerie können erfolgreich mit Kulturschutznetzen geschützt werden. Dabei beachten, dass die Netze von guter Qualität (Leichte Kunststoffnetze mit engen Maschen) verwendet werden. Netze halten heranfliegende Schädlinge ab. Diese sollten deshalb über die ganze Zeit in denen sich Schadinsekten vermehren, auf den Kulturen liegen. Bei Kopfkohlgewächsen ist das ab Ende Mai bis zur Kopf oder Blumen Bildung (Blumenkohl, Broccoli). Das Netz wird nur für die Kopfdüngung und Kulturarbeiten (jäten, anwalmen) entfernt.
Solche Arbeiten sollten immer in den Morgenstunden, wenn es noch kühl ist und die Insekten noch nicht fliegen, gemacht werden. Nach getaner Arbeit, Netz sofort wieder auflegen. Sobald die Kopf- oder Blumenbildung beginnt, Netz entfernen damit die Kopf- und Blumenbildung nicht beeinträchtigt wird. Karotten und Sellerie werden von anfangs Juni bis Ende Juli abgedeckt, Lauch von anfangs Juni bis August.

Mikrobiologische Mittel

Es gibt auch Pflanzenschutzmittel gegen Raupen, die weder für Mensch und Tiere giftig sind. Am meisten eingesetzt werden die verschiedenen Stämme von ‚Bacillus thuringiensis‘. Solche Präparate werden seit dem ersten Drittel des letzten Jahrhunderts mit Erfolg vor allem gegen Raupen eingesetzt. Die Wirkung ist sehr gut bei Raupenbefall von Kohlgewächsen, Raupen bei Geranien u.a.. Aber auch diese Mittel werden nur dort eingesetzt wo sie einen zu starken Befall von Schädlingen verhindern sollen. Der Einsatz erfolgt erst nachdem Frasslöcher an den Blättern entdeckt werden, die nicht von Schnecken stammen.

Repellente Pflanzen nicht vergessen

Es gibt eine ganze Anzahl von Pflanzen, welche auf Insekten abweisend (repellent) wirken. Es sind meistens Geruchsstoffe von Blüten, Blättern oder Wurzeln, welche Schadinsekten abhalten. So wirkt das Raigras ausgezeichnet gegen die Kohlfliege, Gerste und Ringelblumen halten im Frühjahr, wenn die Nahrungsquellen noch knapp sind, Ameisen von Blumenkohl fern. Plectranthus und die Koreanische Minze vermindern den Befall von Raupen an Blumenkohl, Broccoli und anderen Kohlgewächsen usw.

Saugende Schädlinge mit natürlichen Mitteln regulieren

Läuse, Weisse Fliegen, Spinnmilben oder Thrips werden mit einfachen, umweltfreundlichen und ungiftigen Präparaten behandelt. Bei Pflanzen wie Oleander, Hibiscus und hartblättrige Pflanzen reicht es oft, wenn diese mit einem Wasserstrahl abgewaschen werden. Andere werden mit Schmierseifenbrühe (20gr/m2) oder Pflanzenseife gut abgespritzt. Es ist zu beachten, dass, mit Seifenwasser behandelte Läuse an den Pflanzen kleben bleiben. Diese nach zwei Tagen mit Wasser abspülen.

Pflanzenschutzprobleme im Garten lassen sich ohne giftige Präparate lösen

Werden alle obigen Massnahmen beachtet, so erübrigt sich der Einsatz von problematischen Pflanzenschutzmitteln. Ein Verzicht ist nicht nur ein Gewinn für die Natur sondern auch ein Gewinn für die Gesundheit für jeden einzelnen von uns, der sich am Garten freut und seine Gemüse und Früchte geniessen möchte.
Nur ein Wirkstoff steht heute in der Kritik. Welches ist der Nächste?

Weiterführende Informationen befinden sich in der Flugschrift:

Pflanzenschutz in Haus und Garten ohne Gefahr für Bienen und Hummeln

Erhältlich für Fr. 15.- plus Porto beim Sekretariat VdGV, 4661 Boningen