Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Kleingarten


Beim Pflanzenschutz im Kleingarten an die Um-und Mitwelt denken!

Die Gemüsekulturen im Garten stehen in vollem Wachstum. Es blüht überall und die Strauchbeeren reifen nach und nach zur Pflück- und Essreife heran. Jetzt ist aber auch die Zeit der Widersacher im Garten. Läuse, Raupen u.a. tummeln sich jetzt in den Kulturen und fügen diesen durch ihre Saug- oder Fresstätigkeit nicht selten Schaden zu. Erste Rost- und andere Pilzkrankheiten machen sich bemerkbar. Der Stress der vergangenen heissen Sommertage mag hier mitgeholfen haben.

Raupenfrass an Kohl
Hier haben Raupen ihr Unwesen getrieben

Diese Umstände sollen aber nicht zu voreiligen Behandlungen mit Hilfsmitteln und Pestiziden führen. Vor dem Einsatz irgendwelcher Pflanzenschutzmassnahmen sollen Aufwand und Nutzen besonders sorgfältig abgewogen werden. Es darf nicht vergessen werden, dass jeder Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln, seien es natürliche oder chemische, immer eine Belastung für die Kulturpflanzen und für die Umwelt bedeutet.
Vorbeugende Massnahmen wie Schutznetze, Schneckenstopp, Einsammeln, Fangen u.a. erübrigen oft einen Pestizideinsatz.
Muss, um eine zu starke Ernteeinbusse zu erleiden, trotzdem gespritzt werden, sollte man sich Folgendes merken:

Pflanzenbehandlungsmittel

Im Kleingarten sollen nur natürliche Mittel zum Einsatz kommen wie

  • Pflanzenseifen gegen Blattläuse, Weisse Fliege und andere saugende Schädlinge.
  • Delfin (Bacillus thuringiensis) gegen alle Arten von Raupen. Hier ist zu beachten, dass je kleiner die Raupen noch sind, desto einfacher ist deren Regulierung.
  • Produkte mit dem natürlichen Wirkstoff Neem werden vor allem gegen Läuse, Milben und Miniermotten eingesetzt wo dies notwendig ist.
  • Schwefel oder Backpulver (5gr pro Liter Wasser) kommen bei frühzeitigem Auftreten von Mehltau an Knollenbegonien oder Gurkengewächsen zum Einsatz.
  • Kupfer (Cupromaag o.a.) bei Krautfäule an Tomaten, sofort nach Erscheinen der ersten Flecken auf den Blättern und Stängeln einsetzen.
  • Mit Fenchelöl werden Rosen behandelt die anfällig sind auf Rost und andere Pilzkrankheiten.

Regelmässig, alle zwei Wochen spritzen.

Spritzgeräte

Besonders beim Verwenden von natürlichen Behandlungsmitteln, darauf achten, dass die Spritzbrühe auch an den Ort der Schadinsekten apliziert (gespritzt) wird. Da es sich um Kontaktmittel handelt wirken sie nur, wenn diese direkt auf die Schadinsekten gelangen.
Es gibt verschiedene Kleinspritzen auf dem Markt. Wichtig ist, dass ein genügender Druck zum Spritzen aufgebaut werden kann. Dazu sind bewegliche Düsen ein Vorteil, weil die Blattunterseite auch benetzt werden muss (Läuse, Weisse Fliege u.a.), sonst bringt eine Behandlung nicht den erwünschten Erfolg.
Druckspeicher Sprühgeräte mit beweglicher Düse, aber auch Pump Sprühgeräte mit beweglichen Doppeldüsen tragen viel zum Erfolg bei.

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Kleinspritze bis 1,2Liter und Rückenspritze bis 10Liter mit verstellbaren Düsen

Spritzmenge und Spritztechnik

Bevor eine Spritzbrühe zubereitet wird, muss das Anwendungsfeld, die m2 die gespritzt werden müssen, ausgerechnet werden. Pro m2 Spritzfläche 0,3-max 0,5Liter (bei öligen Präparaten gegen saugende Schädlinge) Spritzbrühe zubereiten. Die Menge Spritzbrühe, nach Anweisung auf der Packung, in einem Gefäss mit Wasser mischen und in die Spritze geben.
Beim Spritzen darauf achten, dass sowohl die Oberseite wie auch die Unterseite (Düse verstellen) gut und flächendeckend benetzt werden.

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Wasser und abgemessenes Mittel in einem Becher gut mischen…
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….in Spritze geben, Druck aufbauen und gleich spritzen. Nur
flächendeckendes, exaktes Spritzen (Blattoberseite und Blattunterseite)
garantiert Erfolg.

Spritzzeitpunkt

Obwohl im Kleingarten keine für Bienen und Hummeln giftigen Mittel eingesetzt werden, sollte immer am Abend, nach dem Bienenflug gespritzt werden. Die nützlichen Tiere werden in dieser Tageszeit durch das Spritzen nicht in die Flucht getrieben. Auf der anderen Seite werden die meist nachtaktiven Schädlinge so am sichersten reguliert und es treten auch keine Spritzschäden auf.

Das ist vor allem bei Pflanzenseifen wichtig!

Nicht vergessen!

Hilfsstoffe, auch wenn sie natürlicher Herkunft entstammen, nie zur Vorbeugung einsetzen, sondern nur, wenn durch einen übermässigen Befall von Schadinsekten und Krankheiten grössere Schäden zu erwarten sind.