Schnecken jetzt regulieren

Mit einfachen Mitteln lassen sich jetzt Schneckenschäden für das beginnende Kulturjahr in Grenzen halten.

Wer kennt sie nicht, die kleinen Nacktschnecken. Schon beginnen sie zu kriechen und warten auf den ersten Salat oder die erste aufgehende Saat um sich daran gütlich zu tun. Das muss nicht so sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diesen kleinen Fressern zu begegnen.


Kleine Nacktschnecken können bei Pflanzen und aufgehenden Saaten, besonders im Frühjahr, erhebliche Schäden anrichten

Laufenten

Wer im Besitz von Laufenten ist, der lässt diese jetzt in den Garten. Mit ihren langen Hälsen finden sie im Garten schnell ihr Futter. In ihrem Speiseplan sind auch Nacktschnecken. Sie finden die kleinen Kriecher schnell und verspeisen diese. Natürlich haben auch Würmer und andere Kleintiere keine Möglichkeit diesem gefrässigen Federvieh zu entkommen. Da sich aber die Schnecken mehr an der Oberfläche aufhalten, stehen diese zuoberst auf dem Speiseplan. Laufenten hinterlassen kaum Schäden im Garten. Sobald gepflanzt und gesät wird, ist es sinnvoll die Laufenten aus dem Garten zu entfernen.

Schneckenstopp

Gemeint sind die Kunststoffringe mit ihrem breiten, überhängenden Rand. Es ist ein sicherer Schutz gegen Schneckenfrass. Besonders im Frühjahr, wenn andere Futterquellen für Schnecken, wie aufgehendes Unkraut und rottende Pflanzenabfälle noch fehlen, lohnt es sich, diese Ringe beim Frühlingssalat einzusetzen, um Frass Schäden zu vermeiden.


Mit einem Schneckenstopp lassen sich Schäden durch Schnecken
weitgehend verhindern.

Schneckenzaun

Auch mit einem Schneckenzaun können Schnecken abgehalten werden. Vor allem für grösser gewachsene Schneckenarten bedeutet dies ein fast unüberwindbares Hindernis. Kleine Schnecken können allerdings gleichwohl noch auftreten. Besonders dort wo schlecht verrotteter Kompost eingesetzt wird und wo die Schnecken als Humusbildner die Komposterde noch nicht verlassen haben. Ausgereifter Kompost, eine gute Kontrolle der Erde und ein ständiges Beobachten hilft Schneckenfrass weitgehend zu verhindern.

Schneckennematoden

Sie wirken vor allem gegen kleine Nacktschnecken. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Werden sie mit Wasser auf die Pflanzflächen ausgebracht, so suchen sie selbständig ihre Nahrung. Sie befallen Schnecken und bohren sich in ihre weichen Körper hinein. Dieser dient den Fadenwürmern jetzt als Futterquelle und als Ort der Vermehrung. Die Schnecken sterben ab. Sind keine Schnecken mehr vorhanden, stellen auch die Nematoden ihre Tätigkeit ein und gehen zugrunde weil die Nahrung fehlt.
Nematoden sollten jetzt, vor dem eigentlichen Saat- und Pflanzbeginn ausgebracht werden. Schneckennematoden werden zugekauft (Grossverteiler oder Andermatt Biogarten). Das graue Pulver wird in Wasser aufgelöst und mit zusätzlichem Wasser ergänzt (Kleine Portion = Hausgarten Menge auf 10 Liter Wasser ergänzen).

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Pulver mit Nematoden in Wasser geben…
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…und gut aufrühren

Nun wird die Brühe sofort mit einer Spritzkanne mit Dispenser (anstelle einer Brause kann ein Dispenser montiert werden) auf die Kulturflächen ausgebracht. Wichtig ist, dass regnerisches Wetter vorherrscht und der Boden noch winterfeucht ist. Dort wo ein Dispenser für die Spritzkanne fehlt, wird die Brühe durch einen dosierten Strahl mit dauerndem hin und her bewegen der Spritzkanne ausgebracht.

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Wo ein Dispenser fehlt Nematodenbrühe durch hin und her schwenken der Spritzkanne und dosiertem Strahl grossflächig ausbringen.


Wo ein Dispenser fehlt Nematodenbrühe durch hin und her schwenken der Spritzkanne und dosiertem Strahl grossflächig ausbringen

Darauf achten, dass der Boden für ein paar Tage nicht austrocknet, sonst die Fläche giessen. Bei kaltem Frühlingswetter mit dem Einsatz von Nematoden zuwarten bis die Bodentemperatur über 5°C steigt. Achtung! Nematoden sind lebendige Organismen und nur kurz einsetzbar. Anweisung auf der Packung beachten.