Pflanzen aus der Wildvegetation für den Kleingarten


Es braucht nicht immer fremde Pflanzen um den Garten vielseitiger und schöner zu gestalten. Es kann auch etwas aus der heimischen Flora sein.

Mit der Vielfalt an Gartenpflanzen welche der Markt anbietet wird oft vergessen, dass es auch in unserer heimischen Flora Pflanzen gibt, die an Zier und Nutzen diesen Angeboten (das meistens noch aus fremden Ländern), nicht nachstehen. Denke man nur an den heimischen Holunder, die Zierjohannisbeere oder die Felsenbirne. Sie bereichern mit ihrem Flor vor allem im Frühjahr, bei der Blüte, das Gartenbild. Aber auch der verwertbare Beerenschmuck im Sommer bis Frühherbst darf bei diesen Wildformen nicht vergessen werden.

Es gibt aber noch andere Sommerblüher, die nebst Farben und Formen auch Früchte tragen, die geerntet und verwertet werden können. Eine richtige Bereicherung für den Garten.

Die Heckenrose (Rosa canina, – rugosa u.a.)

Diese einheimische Rosen (Europa) wachsen in der freien Natur in Hecken und an sonnigen Waldrändern.

Nasse Lagen und immer feuchte Standorte sagen ihnen nicht zu. Sie entwickeln sich am Schönsten in gut durchlässigen Böden, vertragen Trockenheit und können über viele Jahre am gleichen Standort stehen. Sie bilden oft bis 3m hohe, mehr oder weniger starke Triebe mit Stacheln.

Im Garten können diese Rosen ins Randbeet gepflanzt werden. Sie lassen sich als Strauch oder aber als gezogene Form kultivieren. Die Triebe lassen sich leicht an einen Zaun oder einen waagrechten Draht flach binden. Die wunderschönen Rosenblüten (rot-rosa-weiss) erscheinen im Juni und nach der Blüte entwickeln sich die herrlichen Hegebutten in arttypischen Formen.

Die Früchte werden gepflückt bevor die ersten starken Fröste die Hagebutten ungeniessbar machen (werden weich). Hagebutten enthalten viel Vitamin C, Mineralstoffe u.a. Die Volksmedizin vertritt die Meinung, dass vom Strauch gepflückte und gekaute reife Hagebutten den Bandwurm austreiben. Weiter sollen Hagebuttenkerne gegen Harnsteine, Rheuma und Gicht wirken.

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Hagebutten sollen reif aber vor den starken Frösten geerntet werden.

Tee

Heute wird aus Hagebutten meistens Tee zubereitet, als Genusstee der auch zur Vorbeugung und direkt gegen Erkältungskrankheiten empfohlen wird.

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Hagebutten werden von den dürren Blütenenden gesäubert…

Um einen schmackhaften Tee anbrühen zu können werden die frischen Hagebutten geschnitten oder mit der Zyliss geraffelt und möglichst schnell, bei ca 40°C getrocknet. Zum Aufbewahren werden gut getrocknete Hagebutten in Papiersäcke oder verschliessbare Gläser abgefüllt.

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Hagebutten geschnitten oder geraffelt..
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…und schnell getrocknet (40°C)

Um eine Tasse Tee aufzubrühen braucht es einen Kaffeelöffel voll Hagebutten. Wem die feinen Härchen im Dörrgut Mühe machen (Hustenreiz), brüht den Tee in einem Teefilter an.

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Tee im Filter anbrühen verhindert Hustenreiz.

Schnitt

Wildrosen regelmässig und gut ausschneiden. Nicht mehr als vier bis fünf Haupttriebe stehen lassen. Daran denken, dass Wildrosen am alten, verzweigten Holz am schönsten Blühen. Deshalb vorwiegend das dürre Holz, die meisten einjährigen Ruten und die überzähligen Triebe wegschneiden. Dort wo Triebe flach gebunden werden: starke, aufrechtwachsende Ruten regelmässig wegschneiden.

Sauerdorn/Berberitze (Berberis vulgaris)

Dort wo Wildrosen wachsen gedeihen auch Sauerdornsträucher. Der etwas sparrige Strauch kann bis zu 2m hoch werden. Viele haben Angst vor diesen Sträuchern wegen der Dornen. Die Angst ist unbegründet wenn mit guten Handschuhen gearbeitet wird.

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Sauerdornbeeren (Berberitzen) können ohne Bedenken roh genossen werden.

Berberitzen gedeihen im Garten an einer sonnigen Lage am schönsten. Als Grenzstrauch halten sie Hunde und Katzen fern. Der Strauch blüht im Mai/Juni und im Herbst erscheinen die herrlich roten Beeren. Sie enthalten Vitamin C, Fruchtsäure, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Beeren können ganz einfach gepflückt und direkt gegessen, sie können aber auch zu Konfitüre verarbeitet werden. Während Blätter und Wurzeln leicht giftig sind, enthalten Beeren absolut keine Giftstoffe.

Schnitt

Es ist wichtig, dass Berberitzen Sträucher regelmässig geschnitten werden. Dabei höchstens acht bis zehn Bodentriebe stehen lassen. Darauf achten, dass jedes Jahr ein bis zwei Jungruten stehen bleiben um den Strauch immer leicht zu verjüngen. Seitentriebe bei den einzelnen Trieben nur wenig schneiden, damit das Wachstum des Strauches möglichst vom Boden her gefördert wird.