Gemüse während der Wachstumszeit nicht dem Schicksal überlassen!


Kulturpflegemassnahmen sind Voraussetzung für eine gute Ernte!

 Kopfdüngung

Langzeitkulturen wie Knollensellerie, Lauch Kopfkohlgewächse, Blumenkohl, Broccoli und Rosenkohl erhalten nebst einer Grunddüngung vor dem Pflanzen auch eine Kopfdüngung nach drei und sechs Wochen nach dem Pflanzen.
Wo Gülle (pflanzliche oder tierische) vorhanden ist, erfolgen zwei Gaben mit Gülle 1:2 mit Wasser verdünnt.
Steht keine Gülle zur Verfügung so eignen sich als Ersatz Hornmehl oder Biorga NK Gartendünger ausgezeichnet. Die angegebene Menge auf der Packung wird geteilt und die entsprechende Menge nach drei, bez. sechs Wochen über die Kulturen in die Reihe gestreut. Bei Kulturen wie Kohlrabi und Fenchel wird ¾ der angegebenen Menge nach drei Wochen gestreut.
Lagergemüse ab Ende Juli nicht mehr düngen!

Lockern
Mehrmaliges lockern zwischen und in den Reihen der Gemüsekulturen fördert die Durchlüftung des Bodens und damit auch das Wachstum. Wird der Kopfdünger vorher gestreut wird dieser mit dem lockern gleich leicht eingearbeitet und entwickelt so seine Wirkung schneller.
Ein regelmässiges Lockern des Bodens ist besonders bei schweren Böden sehr wichtig.
Ein ‚Brechen der Bodenkruste vermindert bei heissem Wetter auch die Verdunstung von Bodenwasser und damit ein frühzeitiges austrocknen des Bodens.
Wird der Boden regelmässig gelockert kommt auch viel weniger Unkraut auf. Beim lockern wird das keimende Unkraut losgerissen und dorrt schnell aus.

Ausdünnen
Direkt gesäte Gemüse wie Karotten, Randen u.a. müssen rechtzeitig ausgedünnt werden um den verbleibenden Pflanzen Platz zu schaffen. Das Ausdünnen sollte bei gut feuchtem Boden erfolgen damit die überzähligen Pflanzen ausgezogen werden und nicht einfach abgerissen.
Während Karotten auf 2-4cm, Rettich und Herbstrüben auf zehn cm, werden Randen auf 15cm ausgedünnt.
Wo (z.B. bei Karotten) eine Übersaat mit Dill vorgenommen worden ist, wird der Dill nur dort entfernt, wo er als Konkurrenz zu stark auftritt. Wo immer möglich bleibt Dill in der Karottenreihe, oder der Randenreihe usw. stehen. Der Dill wirkt weiterhin als Begleitkultur und kann als Gewürz o.a. verwertet werden.

Anhäufeln
Viele Gemüse, vor allem Bohnen, Erbsen, Wirz, Rot- und Weisskabis, Blumenkohl, Broccoli, Rosenkohl, Lauch und Kartoffeln werden nach guter Anfangsentwicklung 1-mehrere Male angewalmt (angehäufelt). Solche Kulturen entwickeln sich besser und werden standfester.
Statt die Reihen in diesen Kulturen mühsam zu jäten, können die Gemüse frühzeitig mit dem Gartenschaber ein erstes Mal angehäufelt werden. Das aufgehende Unkraut wird so abgeschabt und bleibt an der Bodenoberfläche liegen wo es schnell verdorrt. Das oberflächliche Anhäufeln kann nach zwei Wochen wiederholt werden, Die Jätarbeit entfällt weitgehend.
Wo regelmässige Probleme mit der Möhrenfliege (Maden fressen Gänge in den Karotten) auftreten, kann dies, nebst den Kulturschutznetzen, durch das leichte Anhäufeln weitgehend verhindert werden. Dabei ist es wichtig, dass die Karotten frühzeitig, nachdem sie nach dem Ausdünnen wieder aufgestanden sind, angehäufelt werden. Dabei wird der Laubansatz der Karotten mit Erde zugedeckt und eine Eiablage des unbeliebten Schädlings weitgehend verhindert. Das Grün werden des Karottenkopfes wird verhindert.

Aufbinden
Wo rechtzeitig gute Kletterhilfen bei Bohnen (Bohnenstangen) und Erbsen (Drahtgeflecht) in den Kulturen errichtet werden, entfällt ein zusätzliches Aufbinden.
Hingegen müssen die Tomaten nach wie vor aufgebunden und die Seitentriebe regelmässig ausgebrochen werden. Die Tomaten entwickeln sich besser und bleiben durch das Ausbrechen der Seitentriebe ‚schlank’. Es entsteht kein Gewirr von Tomatentrieben, die Früchte entwickeln und reifen besser.

Achtung Gründüngung!
Gründüngungseinsaaten, oder –Pflanzungen in die verschiedenen Gemüsekulturen sind ausserordentlich wertvoll. Mit ausgewählten Einsaaten (z.B. Landsbergergemenge) verhindern wir ein Aufkommen von Bodenschädlingen und Krankheiten (z.B. bei Kohlgewächsen).
Eine Gründüngungseinsaat darf aber nicht zur Konkurrenz für die Kulturpflanze werden. Deshalb werden Gründüngungseinsaaten oder –Pflanzungen zurückgeschnitten, wenn diese zu gross werden.
Übrigens, eine Gründüngung reduziert auch das Auflaufen von Unkraut. und wird deshalb in stark verunkrauteten Böden besonders gern eingesetzt.

Beobachten
Ein gutes Beobachten der Gemüsekulturen im Garten ist während des Wachstums wichtig. Ein guter Beobachter erkennt Störungen in Kulturen frühzeitig und kann so auch entsprechende Massnahmen treffen, verpasste Kulturmassnamen nachholen oder diese ergänzen.

Arbeiten im Juli

Gemüseaussaaten für Setzlinge: Ab sofort werden noch einmal ausgeät:

  • Kohlrabi, Chinakohl,
  • Kopfsalat, Lattich

Blumen für Setzlinge: Ab sofort:

  • Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinnicht
  • Goldlack und mehrjährige Stauden.

Direktsaaten ins Gartenbeet: Ab sofort:

  • Endivien, Zuckerhut, Palla Rossa
  • Herbstfenchel
  • Herbstrüben (bis zum 20. des Monats)
  • Buschbohnen (bis erste Woche Juli)
  • Rettich, Radiesli, Nüssler, Spinat ab E Juli

Gepflanzt wird:

  • Saisongemüse wie Kopfsalat, Kohlrabi, Lattich laufend.
  • Herbstblumenkohl (frühe Sorte), Federkohl,
  • Winterwirz, Winterlauch, Fenchel möglichst in der ersten Monatshälfte.

Pflegearbeiten im Gemüse nicht vergessen. Kulturen laufend auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren. Regulierendes Eingreifen mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln ist erst dann gerechtfertigt, wenn Ausfälle zu erwarten sind. Bei der Auswahl der Mittel auf ‚Umweltschonende Präparate’ achten.
Blumenbeete: Diese werden regelmässig gesäubert und wenn nötig, leicht gelockert. Balkonblumen: Soweit wie möglich abgeblühte Blütenstände entfernen. Regelmässig giessen und nachdüngen wo dies erforderlich ist. Sind zum düngen Osmocote Kegel verwendet worden, nicht flüssig nachdüngen!
Wer selber Sträucher und Stauden durch Kopfstecklinge vermehren möchte, nimmt sich diese Arbeit jetzt vor. Für die Vermehrung eignen sich einjährige Triebe. Die Triebspitze ca 10cm lang schneiden in gut angefeuchteten Sand stecken und mit einer Plastikhaube vor dem Austrocknen schützen. Hell aber schattig aufstellen.
Die Erdbeeren sind schon fast überall abgeerntet. Junge Kulturen werden jetzt auf einige cm zurückgeschnitten, der Boden mit Beerendünger oder mit Jauche gedüngt, ausgejätet und gelockert. Für junge Pflanzen jetzt Ausläufer schneiden, in kleine Töpfe einpflanzen und zu neuen Setzlingen anziehen. Neue Erdbeerpflanzungen erfolgen ab M-E Juli.