Erfolgreich Kräuter anbauen


Kräuter sind im Anbau ganz verschieden. Es ist deshalb wichtig ihnen die entsprechenden Standorte und Pflege zukommen zu lassen.

Die meisten Kräuter die in unseren Gärten wachsen, stammen nicht aus unserer Gegend. Mit der römischen Eroberung grosser Teile Europas, sind auch die Kräuter vom Süden her über die Berge gekommen. Meistens haben Mönche diese mitgebracht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass nicht alle Kräuter gleich gut in unseren Gärten gedeihen. Frustrierend wird es wenn gerade das Lieblingskraut oder die Lieblingskräuter sich nicht so entwickeln wie wir uns das vorstellen.

Kräuter nicht zu früh pflanzen

Da viele unserer Kräuter aus dem Süden kommen, ist es wichtig, dass man sich im Frühjahr in Geduld übt. Es reicht, wenn Kräuter wie Petersilie, Basilikum o.a. ab Anfang Mai, gepflanzt werden.

Mehrjährige Kräuter sollten im Herbst nicht oder nur zum Teil zurückgeschnitten werden. Der abgedorrte Pflanzenkörper schützt über den Winter den Wurzelstock mit seinen Knospen und Neuaustrieben. Das ist ganz besonders beim Lavendel, dem Currykraut, den Santolinen u.a. so.

Ein Rückschnitt im April hat meistens auch einen guten Austrieb zur Folge und ein gutes Gedeihen über die ganze Vegetationszeit.

Falls nötig, den Boden verbessern

Kräuter gedeihen in allen guten Gartenböden mit einem ausgeglichenen Kalkgehalt (pH-Wert).

Es kann aber vorkommen, dass der Boden zu schwer ist und die Pflanzen nur schleppend wachsen. Besonders Salbei oder Rosmarin können da noch heikel sein. Gedeihen diese schlecht, so werden sie ausgegraben, dann wird das Pflanzloch und die unmittelbare Nähe mit einer Schaufel Sand und einer Schaufel Kompost angereichert und das Ganze gut gemischt. Die Salbei oder der Rosmarin wieder pflanzen und gut angiessen. Durch Sand und Kompost wird der Boden durchlässiger und ein eventuelles Nährstoffdefizit mit dem Kompost ausgeglichen.

Basilikum will geschützt sein

Der Anbau von Basilikum ist nicht jedermanns Sache. Zu oft leiden Pflanzen unter Wachstumsstockung. Kälte, Wasserüberschuss oder schlechtes Wetter setzen den aromatischen Pflanzen zu. Wer Basilikum liebt, stellt das Gewürzkraut auf den geschützten Fenstersims oder kultiviert auf der Terrasse oder dem Balkon an eher halbschattiger Lage. Basilikum sollte nicht vor anfangs bis Mitte Mai nach draussen gestellt werden. Direkte Aussaaten auf Balkon und Terrassen erfolgen erst ab Mai, an warmen Tagen. Zu kalte Keimtemperaturen vermindern die Keimung.

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Damit das Gewürzkraut den ganzen Sommer über ein gutes Wachstum aufweist, muss mit der Ernte frühzeitig begonnen werden, sobald die Triebe 10cm lang sind. Bei der Ernte darauf achten, dass nur immer die Spitzen geerntet werden, damit die Pflanzen wieder gut austreiben.

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Petersilie kann Probleme machen

Normalerweise gedeiht Petersilie ohne Probleme. Das ist besonders dort der Fall, wo immer mit Stallmist von Wiederkäuern gedüngt wird. Es kann aber vorkommen, dass Petersilie im Laufe des Wachstums gelb wird. Hier ist es wichtig, die Fruchtfolge immer einzuhalten. Petersilie ist auch Kali bedürftig. Oft können Störungen (gelb werden der Blätter) mit einer leichten Kaligabe (Gartenkali) behoben werden. Petersilie braucht auch einen nährstoffhaltigen Boden. Zugekaufte Pflanzen sind oft anfälliger als Aussaaten welche direkt auf dem Gartenbeet vorgenommen werden. Bei Direktsaaten lohnt es sich den Boden gut durchzuarbeiten mit einer halben Gabe Kali (Menge auf der Packung beachten) und die Aussaat in einem Schneckenstopp vorzunehmen (siehe Bild). Die Keimung wird dadurch viel sicherer weil das Mikroklima im schneckenstopp zu einer gleichmässigen Keimung beiträgt und die Schnecken erst noch ferngehalten werden.

Einjährige Kräuter leiden oft unter Schneckenfrass

Wer hat dieses Übel nicht auch schon erlebt. Da hat man sich über die schöne, gleichmässige Keimung vom würzigen Sommermajoran (einjährig) gefreut. Und eines Morgens ist er weg, abgefressen. Auch hier lohnt sich der Schneckenring. Die Keimung der Kräuter erfolgt schnell und ist vor Schnecken geschützt. Auch in schweren Böden lassen sich solche Pflanzen kultivieren. Der Schneckenstopp wird leicht in den Boden gedrückt, dann kommen 3-5cm Aussaaterde in den Ring und auf diese Erde wird ausgesät. Die jungen Pflanzen wachsen im Anfang in der Aussaaterde und wenn sie dann stärker werden durchwurzeln sie den Unterboden und profitieren von den Nährstoffen und dem Wasser.

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Schnittlauch kann früh ins altern kommen

Wenn Schnittlauch früh blüht und das Laub nur noch dünn und gelblich wird, ist das ein Zeichen des Alters. In einem solchen Fall wird der Wurzelstock geteilt und an einem neuen Ort gepflanzt wo nicht gerade Schnittlauch herangewachsen ist. Es muss ein guter und Nährstoffreicher Boden sein, weil Schnittlauch sehr nährstoffbedürftig ist. Ein bis zwei Schaufeln Kompost pro m2 sind eine gute Voraussetzung, dass der Schnittlauch dann auch wächst. Wo im Frühjahr etwas Holzasche (1 Handvoll pro m2) eingearbeitet worden ist, wird das der Schnittlauch mit einem flotten Wachstum zu verdanken wissen.

Das Gartentelefon ist wieder in Betrieb. Gartenfragen können jeweils am Samstag 10.00-11.00 Uhr

Oder während der Woche am Abend ab 18.30 gestellt werden. Tel. 033 654 30 41

Auch per Mail werden Fragen beantwortet: paul.stalder50@gmail.com