Abgeerntete Flächen im Garten bepflanzen oder ansäen


Frühe Kulturen im Garten sind bereits abgeerntet. Jetzt gilt es die leeren Gartenflächen möglichst schnell wieder zu begrünen.

Wo Flächen im Garten brach liegen leidet der Boden, trocknet aus oder vernässt. Die Bodentiere leiden weil die schützende Vegetationsdecke fehlt. Eine spontane Vegetation macht sich breit und droht die Flächen zu verunkrauten. Besonders Problemunkräuter wie Winden, Giersch (Baumtropfen) Disteln u.a. können sich schnell ausbreiten. Es ist deshalb wichtig, dass solche Flächen für den Rest des Gartenjahres möglichst bald und mit wenig Aufwand wieder belegt werden.

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Auch im Gartenbeet sollten leere Flächen sobald als möglich wieder angesät/angepflanzt werden (schützt den Boden, verhindert Verunkrautung)

Herbstgemüse

Bis in die zweite Woche August, in tieferen Lagen auch bis Mitte August können Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut, Palla Rossa, aber auch Kopf- und Schnittsalate gepflanzt werden. Schnittsalate bringen auch noch einen guten Ertrag bei einer Direktsaat in Reihen.

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Leere Flächen auf den Gartenbeeten neigen zur Verunkrautung

Kohlgewächse wie Kohlrabi, Federkohl und Chinakohl sollten sobald wie möglich gepflanzt werden. Für Spitzkabis reicht es auch noch. Die spitzen Köpfe entwickeln sich während des Spätherbstes und in frostfreien Zeiten im Winter. Geerntet wird Spitzkabis während des Winters direkt ab dem Beet.

Fenchel kann ohne weiteres bis Mitte Monat gepflanzt werden. Zwar werden Spätpflanzungen bis zum Frosteintritt nicht mehr fertig auswachsen. Dafür bleibt der Fenchel Zart und wird geerntet bevor er durch Spätfröste Schaden erleidet.

Winterblumenkohl sollte auch in der ersten Hälfet des Monats gepflanzt werden.

Nüssler und Winterspinat werden auch jetzt Zeit gesät, damit die Pflanzen stark genug sind zum überwintern. Nüssler ist in der Keimzeit empfindlich auf wechselhafte Wetterbedingungen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn die Saaten mit einem doppelten oder gar dreifachen Gartenvlies überdeckt werden bis die Saat gekeimt und die einzelnen jungen Pflanzen erkennt werden können.

Rucola, Kresse und Radies können jetzt ebenfalls wieder als Zwischensaaten gesät werden. Der Anteil an Senföl in den Pflanzen geht mit dem abnehmenden Licht zurück. Das heisst, dass Kresse und Radies weniger scharf werden.

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Leere Flächen im Gartenbeet sollen gleich wieder bepflanzt oder angesät werden.

Zweijahresblumen

Dort wo leere Flächen noch übrigbleiben können diese mit Zweijahresblumen wie Nelken. Bartnelken oder Fingerhüten bepflanzt werden. Wer freut sich nicht über die prächtigen Blüher die im kommenden Frühling ihre Farben im überfluss verschenken. Fingerhüte, aber auch offen blühende Nelken sind wertvolle Trachtpflanzen (Nahrungspflanzen) für Bienen und Hummeln im Frühjahr.

Vor dem Pflanzen den Boden gut durcharbeiten!

Mulchen

Leere Flächen können auch mit Ernterückständen, angetrocknetem Gras oder, Strohhäcksel (Biutherm) abgedeckt werden. Eine Verunkrautung des Bodens wird weitgehend verhindert. Unter einer pflanzlichen Abdeckung bleibt der Boden feuchter als wenn der Boden unbedeckt bleibt. Ein ideales Klima für die Tätigkeit der Bodentiere. Durch den Abbau des Mulchmaterials von unten her entsteht wertvoller Nährhumus.
Aber Vorsicht! Auch die Schnecken können sich, in diesem für sie günstigen Klima unkontrolliert weiter vermehren.

Gründüngung

Eine Mischung von Ringelblumen und Phacelie früh im August ergibt eine ideale Kombination um leere Flächen anzusäen. Samen von Ringelblumen können während des Sommers meistens selber gepflückt, mit Phacelia gemischt gleich wieder ausgesät werden. Phacelia friert während des Winters ganz, Ringelblumen zu einem Teil ab. Eine unkrautmässige Verbreitung ist nicht möglich.

Im Frühjahr wird der Boden gut gelockert und dann gleich wieder mit Gemüsekulturen belegt.

Besonders Ringelblumen wirken sich günstig auf die Fruchtfolge aus und verhindern Schäden durch Nematoden weitgehend.

Roggen oder Strandhafer werden ab Mitte August bis Oktober gesät. Beide sind nicht anfällig auf problematische Bodenverhältnisse. Sie keimen schnell und bilden eine gute Deckschicht für über den Winter, frieren aber nicht ab. Der Boden wird im Herbst nur oberflächlich gelockert und dann angesät.

Im Frühjahr werden sowohl Strandhafer wie auch Roggen möglichst früh abgeschabt und auf dem Boden liegengelassen. Später wird der Boden gelockert und mit Gemüse u.a. bebaut.

Kann sich der Roggen im Frühjahr zu stark entwickeln, so ist es vorteilhaft den Boden umzugraben ohne die Pflanzen vorher abzuschaben. Diese Frühjahrsfurche ist besonders wertvoll für Frühgemüse. Durch das Umgraben entstehen Hohlräume und der Boden erwärmt sich schneller und fördert dadurch ein zügiges Wachstum. Achtung! Im Frühjahr tief gelockerte Böden trocknen in Niederschlagsarmen Zeiten schneller aus! Rechtzeitiges Giessen ist daher wichtig für die Kulturen.