Kräuter für gesunde und kranke Tage


Seit es Gärten gibt, werden auch Kräuter für die verschiedensten Verwendungen angebaut. Jetzt gilt es die Kräutersaison zu verlängern und zu konservieren was gewachsen ist.

Wenn die Schatten länger und die Tage kürzer werden, lässt auch das üppige Wachstum der verschiedensten Kräuter nach. Ein Teil der Minzenarten werden vom Mehltau befallen, die Zitronenmelisse von Rost usw. Mit geeigneten Pflegemassnahmen kann aber die Kräutersaison noch bis zum einwintern verlängert werden.

Rückschnitt der Kräuter im Frühherbst

Minze und Zitronenmelisse werden, sobald diese mit Rost oder Mehltau befallen werden, auf 20-25cm zurückgeschnitten. Auch Basilikum das in Blüte steht, kann mit einem Rückschnitt noch einmal zum Wachstum angeregt werden. Der Estragon steht in der Blüte. Dieser wird ebenfalls auf mindestens die Hälfte gekürzt. Andere Kräuter wie Oregano, Ysop und das Mehrjährige Bohnenkraut wird wegen Bienen und Hummeln in der Blüte stehen gelassen. Bei der Verwendung, vor allem für Tee, kann hier das blühende Kraut verwendet werden. Für den Gebrauch in der Küche wird ein kleiner Teil des Krautes zurückgeschnitten, damit sich wieder neue Triebe bilden.

Dort wo die Goldmelisse bereits von Mehltau befallen worden ist, lassen wir die Pflanze sein. Sie blüht trotzdem noch und die einzelnen Blütenblätter können trotzdem noch geerntet werden.

Ernten solange wie möglich

Die wichtigste Pflegearbeit bei den Kräutern ist das Ernten. So bleiben die Kräuter fit und es machen sich viel weniger Krankheiten breit. Dort wo nicht alles frisch verwertet werden kann, ist auch eine Konservierung möglich. Dabei steht das trocknen sicher im Vordergrund. Kräuter zur Verwendung in der Küche werden kurz vor der Blüte geschnitten und getrocknet. Prof. Flück empfiehlt aber auch Kräuter im blühenden Zustand zu ernten und zu trocknen. Dabei werden die Kräuter mit Stängel geerntet und getrocknet. Sobald die Blätter dürr sind werden diese durch das Zerreiben mit den Händen zerkleinert und vom Stängel getrennt. Die Stiele werden herausgelesen und kompostiert, die zerkleinerten und wohlriechenden Blätter- mit oder ohne Blütenteile- in Gläser, Stoff oder Papiersäcken zur Aufbewahrung abgefüllt.

Jetzt Kräuter für bestimmte Verwendungszwecke konservieren

Kräuter werden vorwiegend zum Würzen der Speisen verwendet. Es ist deshalb wichtig, dass Gewürzkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Estragon, Bohnenkraut, Thymian, Basilikum u.a. in genügenden Mengen konserviert bez, getrocknet werden.

Gar manch ein Leiden, und das besonders in der kalten Jahreszeit, kann aber auch mit Kräutern teilweise oder ganz geheilt werden. Auch diese Kräuter sind jetzt noch vorhanden und können geschnitten und getrocknet werden.

Gegen Kopfschmerzenund Migräne sind Lavendel, Zitronenmelisse, Oregano und Zitronelle (Zitronrnstrauch) besonders wirkungsvoll. Von den getrockneten Kräutern werden Lavendel, Oregano und Zitronelle zu gleichen Teilen gemischt. Ein solcher Kräuteraufguss wird bei Kopfschmerzen mehrmals täglich (eine Tasse voll) getrunken. Wer den Lavendelgeschmack nicht verträgt nimmt an dessen Stelle Zitronenmelisse.

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Zitronelle (Zitronenstrauch) ergibt einen besonders lieblichen Tee, wirkt beruhigend und ausgleichend

Kräuter für Erkältungstees sollten jetzt genügend konserviert werden. Wer weiss was der nächste Winter bringt. Thymian, Ysop und Oregano (zu gleichen Teilen) ergeben einen schmackhaften Tee der schleimlösend wirkt. Dieser wird auch von Kindern gerne getrunken.

Von der Salbei, die bei Rachenentzündungen besonders gut wirkt, sollte auch genügend getrocknet werden. Wer den Geschmack der Salbei nicht verträgt nimmt diese mit Minze zusammen (zu gleichen Teilen) oder mischt diese in einen guten Schwarztee mit hinein. Die Beduinen der isrealischen Negev- und der ägiptischen Sinaiwüste konsumieren im Winter Literweise dieses Teegemisches um ja den Erkältungen zu entgehen.

Kamille gegen Entzündungen und Magenleiden sollte auch genügend vorhanden sein.

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Kamille wird zum trocknen in der Vollblüte geerntet, sobald der Tau abgetrocknet ist.

Auch Wermut, Beifuss oder Ysop sollten in kleinen Mengen gedörrt werden. Wer weiss ob nicht einmal eine Verdauungsstörung oder ein Magendarmgrippe im Winterhalbjahr ansteht. Dann ist man froh, wenn Kräuter vorhanden sind und der Arzt nicht aufgesucht werden muss. Wer Wermut oder Beifuss wegen der Bitterkeit nicht verträgt, der macht sich ein Tee aus Ysop. Dieser ist viel weniger Bitter und soll erst noch besser wirken.

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Ysop sollte in keinem Garten fehlen, Trachtpflanze für Insekten, gegen Erkältungskrankheiten, Magenstörungen, gleicht Blutdruck aus

Pfefferminze, Zitronenmelisse und Zitronelle sollten auch in genügenden Mengen für einen schmackhaften Wintertee der an den Sommer erinnert, vorhanden sein.

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Blühende Minze hat einen hohen Zierwert und eignet sich gut für Sträusse

Und ja, noch Blühen die letzten Blüten des Johanniskraut. Diese Blüten getrocknet, werden in kleinen Mengen einem beruhigenden Zitronenmelissentee beigemischt um Gemütsschwankungen im Winterhalbjahr vorzubeugen. Ein solcher Tee wird eher am Abend getrunken. Um die Wirkung zu verstärken kann noch ein kleines Blatt Salbei beigefügt werden.

Um auch den heutigen Stellenwert der Kräuter im Garten zu betonen sei hier noch folgendes Zitat aus Gotthelfs ‚Ueli der Pächter‘ aufgeführt:

„…Vreneli sorgte für den Garten dass Kraut darin wuchs und Salat nebst allerlei Kräutlein, welcher einer vernünftigen Suppe wohlanstehen und sonst in gesunden und kranken Tagen gut zu gebrauchen sind.“