noch ist nichts verloren


Das feuchte und kalte Wetter der letzten Wochen hat das Wachstum im Garten in Grenzen gehalten. Umso mehr gilt es jetzt, da die Aussichten etwas besser werden, sofort zu reagieren.

Nässe und Kälte herrschte in der letzten Zeit vor und erschwerte sowohl Keimung und Wachstum verschiedenster Gartenpflanzen. Umso wichtiger ist es jetzt, sobald der Gartenboden etwas abgetrocknet ist, zu handeln. Für das Lagergemüse ist es nicht zu spät und auch Saisongemüse kann weiterhin gepflanzt und gesät werden. Dort wo Lücken bei bereits Gepflanztem oder Gesäten entstanden sind, werden diese jetzt wieder aufgefüllt. Mit verschiedenen Kulturmassnahmen können Keimung und Wachstum positiv beeinflusst werden:

Aussaaten

Nicht überall sind die Aussaaten geglückt. Deshalb ist es wichtig jetzt Nachsaaten von Karotten, Brüsseler Randen u.a.m. sobald wie möglich vorzunehmen.

Bei den Karotten können sowohl frühe Sorten wie auch Lagersorten gewählt werden. Da vor allem die mittelschweren und schweren Böden noch kalt und mit Wasser durchtränkt sind lohnt sich eine Dammsaat. Dabei wird der Boden bei der Saatreihe zuerst mit einem Einzinker aufgerissen. Anschliessend wird ein kleiner Walm geformt entweder direkt auf dem Beet wie beim anwalmen oder man bringt feine , reife Kompost- oder andere Erde auf das Beet und formt damit einen kleinen Damm. Dann wird die Saatreihe gezogen, ausgesät und sorgfältig zugedeckt. Die Saat liegt nun oberhalb der Beetoberfläche, was die Keimung fördert. Dabei muss aber beachtet werden, dass die Saat bis zur Keimung nicht austrocknet.


Karotten keimen wunderschön auf einem niederen Damm.

Auch andere Saaten wie Brüsseler aber auch Buschbohnen können auf dem Damm erfolgen. Bei Randen ist eine Dammsaat nicht nötig, da diese kühlere Keimtemperaturen bevorzugen.

Pflanzungen

Bei den Pflanzungen scheinen Zwischenpflanzungen in diesem Frühjahr besonders wertvoll zu sein. Da Gründüngungspflanzen oder Zwischenpflanzen bei Kohlgewächsen den Boden locker behalten, kann ein besseres Anwachsen der Kulturpflanzen wie Stielmangold oder Kohlarten beobachtet werden. Späte Sorten der Kohlgewächse für die Lagerung aber auch Knollensellerie, Lauch u.a. werden jetzt gepflanzt. Sollte sich die Pflanzung bei den Kohlgewächsen verzögern, z.B. in höheren Lagen, so werden ab Mitte Juni nur noch mittelfrühe Sorten gepflanzt. Die lassen sich auch ganz gut lagern, wenn auch nicht bis ins späte Frühjahr hinein.


Neupflanzungen starten bei kaltem und nassem Wetter bedeutend besser. Hier Landsbergergemenge  als Gründüngung und
Koreanische Minze in der Pflanzreihe bei Blaukabis.

Bohnen

Falls sich das Wetter günstiger entwickelt werden die Bohnen ausgesät. Dunkelsamige Bohnensorten wie Miry, Calvy, Winnetou u.a. sollten jetzt noch den Weissamigen Sorten vorgezogen werden. Die dunkelsamigen Sorten sind bedeutend robuster und keimfreudiger bei wechselhafter Witterung. Ausserdem entwickeln sie sich schneller.

Bei den Stangenbohnen gilt es zu überlegen, ob diese nicht in Eierkartons vorgezogen werden sollten. Der Boden ist einfach noch kalt und die Stangenbohnen brauchen eine Bodentemperatur von mindestens 12°C. Eine Möglichkeit der Direktsaat ist die angehäufte Saat (ähnlich der Dammsaat bei Karotten). Dabei wird die Erde um die Stickel so angehäuft, dass die Bohnensaat oberhalb der Bodenoberfläche gesät werden kann. Saat locker mit etwa 2cm Erde abdecken. Nur bei wirklicher Trockenheit und morgens früh giessen.


Direktaussaat bei Stangenbohnen auf Hügel. Keimen bedeutend besser.

Wo Stangenbohnen als Setzlinge angezogen werden, Eierkartons oder kleine Töpfe mit Aussaaterde füllen, ein bis zwei Samen legen und diese mit 1cm Erde abdecken. Saat angiessen und warm, 15-18°C stellen. Nach der Keimung kühler (Terrasse, Balkon) stellen. Nach der vollständigen Entwicklung der Keimblätter die Bohnen auspflanzen und gut angiessen.
Gekeimte Bohnen sind robuster und wachsen auch bei kühlem Wetter weiter.


Stangenbohnen können in Eierkartons vorgezogen werden um nasses und kaltes Wetter zu umgehen.

Gurken- und Kürbisgewächse

Nein, nasses und kaltes Wetter vertragen Gurken, Zucchetti und Kürbisse am Anfang der Kultur schlecht. Wer Erfolg haben will mit diesen Pflanzen kommt nicht darum herum ihnen im Anbau gerecht zu werden. Dort wo in ein Gartenbeet gepflanzt wird, sollte zuerst ein kleiner Hügel mit Komposterde o.a. aufgeschüttet werden. Gurken, Zucchetti u.a. werden auf den Hügel gepflanzt und mit einem Wetterschutz versehen bis diese beginnen zu wachsen oder bis das Wetter besser wird. Einmal erstarkt wachsen diese Pflanzen ohne Wetterschutz weiter.

Noch besser ist, wenn zuerst auf das Gartenbeet etwas unverrottetes Kompostmaterial gebracht wird (10-20cm) evtl mit frischem Unkraut oder Gras. dieses wird dann mit Erde (mindestens 15cm) überdeckt. Der kleine Haufen wird nun mit einem Bändchengewebe oder einem Mulchpapier (aufgeschnittener Papiersack oder Packpapier) überdeckt. In die Abdeckung wird jetzt ein Loch geschnitten damit die Gurke o.a. gepflanzt werden kann. Die Wärme, welche durch die Gärung des Kompostmaterials entsteht hilft der Pflanze Wurzeln zu schlagen und zu wachsen.

Tomaten

Diese werden heute vorwiegend in Tomatenhäuser gepflanzt. Wo ein Haus fehlt Tomaten möglichst in Pflanzkübeln auf der Terrasse kultivieren. Tomaten wie auch Peperoni und Aubergines vertragen kalte Wetterlagen schlecht und schätzen es im Schutz des Vordaches zu stehen. Sie wachsen besser und werden weniger krank. Sie bedanken sich meistens für den geschützten Standort durch eine wesentlich bessere Ernte als auf dem Gartenbeet. Bei der Kübelkultur Kompost oder Balkonerde, angereichert mit wenig Gartenkali verwenden. Ein bis zweimal nachdüngen mit pflanzlicher oder tierischer Gülle(nur in der ersten Kulturhälfte). Auch der organische Flüssigdünger von Biorga ist zu empfehlen.

Wenn Tomaten in einem Gefäss kultiviert werden kann auch gleich Basilikum dazu gepflanzt oder gesät werden. Basilikum ist ebenfalls sehr kälteempfindlich und hat bei solchem Wetter im Garten kaum überlebenschancen.


Tomaten lassen sich jetzt am Besten in Töpfen kultivieren mit Basilikum zusammen. Basilikum hat bei solchem Wetter keine grossen überlebenschancen im Garten