Mit Dichtpflanzungen gegen Unkrautwuchs vorgehen


Mit dem beginnenden Gartenjahr beginnt sich auch das Unkraut im Garten zu entwickeln. Das muss nicht so sein, wenn frühzeitig Gegenmassnahmen ergriffen werden. 

Was ist Unkraut

Eigentlich gibt es kein Unkraut! Was als Unkraut bezeichnet wird, sind Pflanzen der Spontanvegetation welche im Garten und auf dem Acker Pflanzlücken ausfüllen. Dabei sind die einen (Un)kräuter stärker und dehnen sich entsprechend mehr aus als andere. Die Erde macht sich diese zu Nutzen um den brachliegenden Boden im Garten und auf dem Acker zu schützen.

Es ist deshalb wichtig, den Gartenboden ständig bedeckt zu haben, sei es mit Pflanzen oder mit Mulch. Nur so kann der unkontrollierten Spontanvegetation im Garten begegnet werden.

Vom Nutzen des (Un)krautes

Gewiss, von einem Nutzen des Unkrautes zu sprechen, mag bei manchem Kleingärtner, bei mancher Kleingärtnerin Kopfschütteln auslösen. Und doch, auch das (Un)kraut kann nützlich sein im Garten. Meistens werden im Frühjahr als erstes verschiedene (Un)kräuter von Läusen befallen. Bleiben die Pflanzen mit ihren Läusepopulationen stehen, werden Ameisen darauf aufmerksam. Mit dem ausgeschiedenen Honigtau können Ameisen ihre Brut, ihr Volk ernähren. Fehlt diese Nahrungsquelle, holen sie das Futter bei den Nutzpflanzen und schädigen zum Beispiel Blumenkohlkulturen. (Un)kräuter tragen aber auch Blüten und sind für Bienen und Hummeln Nektar- und Pollenspender.

Keine (Un)krautkulturen im Garten

Trotz dieser positiven Eigenschaften wäre es unvernünftig, den (Un)kräutern freien Lauf zu lassen. Im Garten wird die natürliche Vegetation, wenn sie nicht in das Bild des Gartens passt, wo immer möglich reduziert. Das ist aber auch mit vielen Arbeitsstunden verbunden. Gerade jetzt, im Frühjahr, wo die Vegetation neu beginnt, gibt es gute Möglichkeiten den unkontrollierten Wuchs der Spontanvegetation einzudämmen.

Die Belegung der Gehwege wurde an dieser Stelle schon mehr als einmal behandelt. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit der Dichtpflanzungen. Das heisst es wird so dicht gepflanzt, dass der Boden möglichst bald vollständig bedeckt wird und für die (Un)kräuter kein Platz mehr ist.

Die Staudenbeete

Bei den mehrjährigen Pflanzungen mit Blütenstauden kommt es oft zu einer unerwünschten Entwicklung von Kräutern aus der Spontanvegetation. Nicht selten entwickeln sich Quecken, Girsch (Baumtropfen) oder Winden im Schutz der gepflanzten Stauden. Solche Problem(un)kräuter können dem Kleingärtner, der Kleingärtnerin Kopfschmerzen bereiten, wenn diese sich immer weiter verbreiten. Gibt es am Anfang nur wenige dieser (Un)kräuter, können die Wurzeln mit einer Rosengabel (2 zinkige Stechgabel) zwischen den Stauden leicht ausgegraben und aus den Wurzelgeflechten der Stauden gezogen werden. Besteht die Gefahr, dass die Problem(un)kräuter überhand nehmen, werden im Herbst stückweise die Blütenstauden ausgegraben, die Wurzeln der Problem(un)kräuter entfernt und die Stauden wieder gepflanzt.

Im darauf folgenden Frühjahr ist es wichtig, dass vor allem jene Bereiche des Staudenbeetes, wo sich die Problem(un)kräuter zuerst breit gemacht haben, zusätzlich zu den Blütenstauden dicht mit Taubnesseln (Lamiastrum =Goldnessel und Lamium Arten) ausgepflanzt werden. Sowohl Goldnesseln wie auch Taubnesseln bilden ein überaus starkes Wurzelgeflecht das der Verbreitung von Winden, Quecken, Disteln u.a. nach zwei bis drei Jahren Einhalt gebietet. Es ist aber wichtig, dass auch beim Einsatz von Gold- oder Taubnesseln die oberirdischen Teile der Problem(un)kräuter regelmässig entfernt werden um die unbeliebten Pflanzen zu schwächen.

Ist der Bestand von Disteln, Quecken, Winden u.a. zu gross und fehlt die Zeit das Ganze Beet zu sanieren, so wird das ganze Beet im Herbst ausgeräumt, die Wurzeln grob herausgelesen und im zeitigen Frühjahr dicht mit Taubnesseln angepflanzt. (Taubnesseln und Goldnesseln lassen sich leicht durch Stecklinge oder durch Teilung vermehren.) Die Taubnesseln und Goldnesseln bilden jetzt einen dichten Teppich und lassen (Un)kräuter kaum mehr durch. Nach zwei bis drei Jahren, wenn der (Un)krautdruck nachgelassen hat, können Fenster in den dicken Teppich der Taubnesseln gestochen, und wieder andere Blütenstauden gepflanzt werden.

Überall dort, wo Problemunkräuter kein Thema sind, lassen sich leere Flächen mit kriechenden Seedumarten auffüllen. (Sedum acre, Sedum hybr., Immergrünchen, Sedum floriferum, Weihenstephaner Gold u.a.) Sedum eignen sich auch für Unterpflanzungen bei Stauden oder Kleinsträuchern.

Beeren- und Blütensträucher

Auch hier können sich unbeliebte (Un)kräuter breit machen. Um diese einigermassen zu kontrollieren gibt es zwei Möglichkeiten. Der Wurzelbereich der Beeren wird grosszügig für einige Jahre mit Bändchengewebe (gewobenes Kuststoffgewebe auch als Mulchfolie im Handel) abgedeckt und mit Holz- oder Rindenschnitzel 5-10cm dick überdeckt. Es muss aber ein Kunststoffgewebe nicht eine Plastikfolie sein, damit die Feuchtigkeit durch die Abdeckung dringen kann.

Die zweite Möglichkeit ist die (Un)kräuter grob zu entfernen und die Zwischenräume in den Reihen mit Gold- oder Taubnesseln dicht auszupflanzen. Auch hier ist es wichtig, dass trotz der Bepflanzung die grünen Teile der aufkommenden (Un)kräuter immer wieder entfernt werden um diese zusätzlich zu schwächen.

Wer Geduld hat, wird auf diese Weise den Problem(un)kräutern Meister werden.

Bei Himbeeren ist mit diesen beiden Methoden noch Vorsicht geboten. Sie bilden ihre Wurzeln nahe der Oberfläche und könnten durch die starke Wurzelbildung konkurriert werden. Bis in zwei Jahren werden verlässliche Aussagen auch für Himbeeren gemacht werden können.

Gemüsebeete

Auch hier wird die Entwicklung von (Un)kräutern mit Dichtpflanzungen reguliert. Die Mischkultur eignet sich dazu besonders gut. Wer einmal Erbsen und Kartoffeln, Kohl und Stielmangold ergänzt mit einer Gründüngung, Zwiebeln und Karotten u.a. angepflanzt, bez. angesät hat weiss, dass Jätarbeiten in der zweiten Hälfte der Kultur, wenn der Boden ganz bedeckt ist, weitgehend wegfallen. Die Gehwege zwischen den Gartenbeeten werden bei aufkommendem (Un)kraut mit einer Pendelhacke geschabt. Später, wenn die Hauptkulturen (Bohnen, Kohgewächse, Kartoffeln u.a.) der Aussenreihen die Gehwege schattieren, geht auch dort die Spontanvegetation auf ein Minimum zurück.