Der Hausgarten im Bio Trend


Trinkwasser- und Pflanzenschutzinitiative wirken sich auch auf den Pflanzenschutz im Kleingarten aus.

Es spielt keine Rolle, ob die oben genannten Initiativen vom Stimmvolk angenommen oder verworfen werden. Das Ziel der Volksbegehren wird sich auf den Einsatz von chemischen Hilfsmitteln im Kleingarten auswirken und das ist gut so. Nebst geeigneter Kulturmassnahmen und biologischen Hilfsmitteln, stehen dem Kleingärtner/der Kleingärtnerin genügend Möglichkeiten zur Verfügung die Gemüse-, Beeren- und Blumen im Garten gesund zu erhalten.

Allerdings ist es wichtig die entsprechenden Massnahmen frühzeitig zu treffen. Die Gartenbeiträge in diesem Jahr sollen dabei eine kleine Hilfe sein.

Gartenplanung ist wichtig

Die Vorstellung wie der Garten bebaut werden soll, beginnt jetzt. Dabei sollen auch die Erfahrungen vom vergangenen Jahr mit einfliessen. Die Fruchtfolge -was in welchem Gartenbeet-, die Menge, Arten und Sorten die angebaut werden sollen, sind Ziel der Planung. Auf Grund der Planung kann auch gleich die Samenbestellung für das kommende Kulturjahr gemacht werden.

IMG_0949
Federkohl wächst frei von Kohlkrankheiten, überwintert auf dem Gartenbeet. Einmal richtig durchgefroren ist es ein Feingemüse im Winter bis Frühjahr.
IMG_3901
Filderkraut ist ein robuster, gesunder Weisskabis für Frischgebrauch, Lagerung und Sauerkraut

Samen sind nicht gleich Samen

IMG_3941
Samen jetzt auslesen und bestellen

Sämereien sollten in Ruhe ausgelesen werden können. Entscheidungshilfen sind die Sortenempfehlungen in den Katalogen zu den einzelnen Arten und Sorten. Die Kataloge für den Kleingarten sind vielerorts schon eingetroffen, andere folgen noch nach oder können auch angefordert werden. Bei ausländischen billigen Sortimenten ist Vorsicht geboten.

Für den Kleingarten ist biologisches Saatgut von Vorteil. Die Sorten entstehen meist durch Auslese, die Pflanzen bleiben dadurch robust und sind oft weniger Anfällig auf Krankheiten und Schädlinge. Es hat nur wenig Hybridsaatgut, das vom Ertrag her zwar besser, im Anbau im Garten aber anfälliger ist.

Gemüsearten werden zu einem grossen Teil als Setzlinge zugekauft. Dabei ist es nicht möglich, auf Sorten Einfluss zu nehmen. Wurzelgemüse, Schnittsalate und Salatbeigaben erfolgen aber durch Direktsaat. Hier ist eine Auslese möglich.

Bei Salatarten sind Schnittsalate wie Lollo-, Eichblatt- und Fingersalate aber auch Batavia bedeutend weniger anfällig auf Wurzelkrankheiten und Schädlinge (Läuse) als Kopfsalate. Sie sind oft auch aromatischer. Schnittsalate können direkt gesät oder aber als Setzlinge angezogen und gepflanzt werden.

IMG_24
Eichblatt uns Fingersalate sind besonders robust gegen Krankheiten und Schädlinge

Auch bei Karotten lohnt es sich auszulesen. Frühe Sorten nur für frühe Kulturen und zum direkten Verbrauch wählen. Späte Sorten wie Berlikumer, Flakker u.a. (sind weniger anfällig auf Wurzelläuse) sind für den Herbstverbrauch und für die Lagerung sicherer im Anbau.

Nicht zu vergessen sind die Salatbeigaben wie Kresse, Radies, Rettich, Salatrauke, u.a.. Diese geben einem Salat Aroma. Sie stehen nur kurz auf dem Gartenbeet, sollten am gleichen Ort aber nur einmal pro Jahr angebaut werden wegen Kohlerdfloh und Kohlfliegen.

Gründüngung

Der Einsatz von Gründüngungen kann Krankheiten und Schädlinge im Gemüsegarten zwar nicht verhindern aber bedeutend reduzieren. Landsbergergemenge, Ringelblumen und Phacelia sind in Portionenbeutel erhältlich und kosten nicht viel, haben aber eine gute Wirkung. Der Zeitpunkt der Einsaaten bei den Gemüsen wird ab März in dieser Rubrik beschrieben.

Mit Winterrogen (in Portionen bei Sativa Rheinau erhältlich) wird der rottende Kompost im Spätherbst oder im Frühjahr angesät, bis die Kürbisse darauf gepflanzt werden. Roggen verhindert Unkraut aufkommen und fördert die Verrottung, aber auch die Qualität eines Kompostes. Dauernd begrünte Komposte müssen nicht mehr umgearbeitet werden.