Oh Schreck, Mäuse im Garten


Mit dem grossen Nahrungsangebot im Herbst, breiten sich Feldmäuse besonders gern im Garten aus. Es ist wichtig, dass diesen gefrässigen Nagern rechtzeitig und noch vor dem Winter Einhalt geboten wird.

Mäuse sind der Schreck für viele Gartenliebhaber. Unmut macht sich breit, wenn im Garten die Herbstsalate und Wurzelgemüse bei der Ernte so stark angefressen sind, dass die Ernte nur noch zum Teil oder überhaupt nicht mehr gebraucht werden kann. Vorbeugende und direkte Massnahmen gegen diese Nager sind daher wichtig, damit sich diese nicht unkontrolliert vermehren und ausbreiten können. Der Herbst bietet dazu eine gute Gelegenheit da die pelzigen Tiere ihren Aufenthalt durch ihre Frass-Tätigkeit verraten.

Vorbeugende Massnahmen

Wo Gärten neu angelegt werden, tut man gut daran, unter dem Gartenzaun eine Gartenmauer mit tiefem Fundament zu errichten. Anstelle von einer Mauer können auch Stellplatten auf ein Kiesbett einbetoniertwerden. Kiesbett und Stellplatten sollten mindestens 40 – 50 cm Tiefe betragen.

Bei bestehenden Gärten, wo solche Massnahmen nicht möglich sind, wird die Bepflanzung der Randbeete so angepasst, dass Mäuse diese weitgehend meiden. Mäuse bedienen sich bei Pflanzen mit fleischigen oder knackigen Wurzeln (Lupinen, Dahlien u.a.). Auch die kurzen Rhizome von Erdbeeren oder Akalei u.a. werden gerne gefressen. Pflanzen mit einem dichten verzweigten Wurzelwerk (Taubnesseln, Oregano, Ringelblumen u.a.) werden jedoch weitgehend gemieden. Wird nun die Pflanzung der Randbeete mit Oregano und Taubnesseln durchsetzt wird die Gefahr dass Mäuse von aussen her eindringen bedeutend kleiner.

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Gepflanzte Blumenwiese mit Ringelblume, Ysop (blau) und Oregano

Wo Gefahr von Mäusen besteht ist es wichtig, dass Winterkulturen wie Zuckerhut, Schwarzwurzeln, Pastinaken u.a. im Spätherbst geerntet und geschützt überwintert werden. Mäuse richten sich stets nachdem Nahrungsangebot.

Direkte Bekämpfung

Dort, wo das Vorhandensein von Mäusen festgestellt wird, sollte sofort gehandelt werden. Ist der Garten von Grasland umgeben, so sollte durch das Aufspüren (Einstiche mit einem Eisenstab alle 10-20 cm) von Mäusegängen ausserhalb des Gartenzaunes festgestellt werden, ob diese in den Garten führen. Hier im Grasland sind die Mäuse einfacher zu fangen.

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Wenn ausserhalb des Gartens Mäusehügel entstehen, immer am äusseren Rand der Hügel die abgehenden Gänge in Richtung Garten aufspüren und die Fallen dort stellen.

Ist das nicht der Fall, werden im Garten direkt bei den angefressenen Pflanzen die Gänge gesucht, geöffnet und Fallen gestellt. Dabei gibt es für das Freiland zwei Arten von Fallen:

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die beiden Fallenarten

Die Rohrfalle ist ein doppeltes Metallrohrstück mit einer Feder, die mit einem Auslösemechanismus verbunden ist. Am unteren Ende des Rohrstückes befindet sich ein Durchgang. Die Falle kann einfach gespannt werden. Wenn nun die Maus den Durchgang benützt betätigt sie den Auslösemechanismus. Damit das geschieht merke man sich folgendes:

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Die Rohrfalle ist eine sehr sichere Falle sowohl ausserhalb des
Gartens wie im Garten. Durch den Schlag des gespannten Rohrteils ist die Maus sofort tot
  • Die Hände zuerst mit Erde abreiben damit kein Fremdgeschmack die Maus misstrauisch macht.
  • Den Gang durch ein Loch von oben nur knapp freilegen, so, dass die Rohrfalle hineingestellt werden kann und der Gang nur durch die Rohrfalle unterbrochen ist. Leerräume zwischen Falle und Erde mit Blättern zudecken, dass der Gang weiter dunkel wirkt. Es kann auch sein, dass die Erde, besonders im Garten zu locker ist und der Gang zum Teil in sich zusammenfällt. Hier wird die Falle auf den Gang gerichtet, der von der angefressenen Pflanze wegführt. Wichtig ist hier, dass der freie Teil des Durchganges ebenfalls mit Blättern, möglichst von Pflanzen, die vorher angefressen worden sind oder mit Löwenzahn, abgedunkelt wird.
  • Ist die Falle ausgelöst, kann diese zum Entleeren herausgenommen werden. Dann wieder neu richten.

Die Klappfalle ist bestens bekannt.

  • Auch hier die Hände und eventuell die Falle vorne mit Erde abreiben wegen Fremdgeschmack.
  • Zuerst wird der Gang mit der Falle gesäubert, dann die Falle knapp gespannt und sorgfältig in den Gang geschoben. Mit einem Stab die Falle sichern und den Gang mit Überresten der angefressenen Pflanzen verschliessen.
  • Falle regelmässig kontrollieren und entleeren, wenn sich eine Maus darin befindet.
  • Falle neu richten.
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Wenn Klappfallen knapp gerichtet werden ( das Ringlein ist vorne leicht schräg gestellt und löst sofort aus), ist der Fangerfolg gross.
Allerdings können Mäuse, falls diese nur knapp von der Falle erwischt wurden, noch leben.

Wenn Fallen mit Erde verstopft werden, den Mäusegang etwas weiter öffnen, säubern und neu richten.

Fallen solange richten, bis keine Anzeichen von Mäusen mehr vorhanden sind.

Nur wer Geduld hat und die Arbeit sorgfältig macht, wird erfolgreich sein. Mäuse sind schlau und merken schnell, wenn Gefahr droht.