Gemüsegarten für den Herbst bepflanzen

Dort wo die Sommerkulturen abgeerntet sind, werden jetzt die letzten Herbstkulturen gesät und gepflanzt.

Durch die Ernte sind in vielen Gärten freie Kulturflächen entstanden. Diese werden möglichst bald wieder angepflanzt und angesät.

IMG_2297
Leere Flächen, je nach Bedarf, mit Schnitt und Herbstsalaten bepflanzen

Herbstsalate für Frischgebrauch und Winterlagerung

  • Zuckerhut, Palla Rossa und Endivien sind meist schon gepflanzt. In guten Lagen können diese Kulturen noch in der ersten und zweiten Augustwoche gepflanzt werden. Immer daran denken, dass Zuckerhut genügend Wachstumszeit braucht um schöne Zapfen zu bilden die ab Spätherbst auch über längere Zeit gelagert werden können.

https://flic.kr/p/2gYacyk
Höchste Zeit Zuckerhut zu pflanzen
  • Endivien entwickelt sich meistens problemlos. Wo aber während der Wachstumszeit die Endivienstauden gelb werden und in ihrem Wachstum zurückbleiben, ist ein Befall von Wurzelläusen nicht ausgeschlossen. Ein Befall kann leicht überprüft werden indem eine zurückgebliebene Staude sorgfältig mit möglichst viel Wurzelwerk aus der Erde gezogen wird. Die Wurzelläuse sind mehlig weiss und lassen sich leicht finden im Wurzelwerk. Sind Wurzelläuse vorhanden sollte darauf geachtet werden, dass auf diesem Gartenbeet im kommenden Jahr kein Salat und kein Endivien gepflanzt wird. Oder wenn, dann nur Schnittsalate. Diese sind bedeutend weniger anfällig. Beim Zuckerhut kommen Wurzelläuse selten oder nur vereinzelt vor.
  • Kopf- und Schnittsalate bis Mitte Monat laufend pflanzen.

Kleinkulturen für Salatbeigaben

Was wäre ein Salat ohne schmackhafte Beilagen wie Radies, Rettich, Kresse, Rucola, Hirschhornslat oder gar ‚Asia Salate‘ meist in Mischungen (Sativa/select). Diese asiatischen Senf/Kohlgewächse entwickeln sich schnell und sind willkommen für einen schmackhaften Salat.

  • Bei Radies jetzt Frühsorten oder eine Dauersorte für den Herbst wählen. Sorten die nicht der Jahreszeit entsprechen, bilden keine oder nur wenig entwickelte Radies.
  • Kresse und Rucola können nach der intensiven Sommerzeit jetzt wieder ausgesät werden. Sie bilden in den kürzer werdenden Tagen weniger Senföl und werden dadurch weniger scharf. Um Löcher in den Blättern (verursacht durch Kohlerdflöhe) zu vermeiden, werden Kresse und Rucola in Schneckenstopp Ringe gesät in welche vor der Saat 1-2cm frische Erde (Kompost- oder Mischerde) gestreut wird. Auf diese Erde säen, dann bleiben Schäden mehrheitlich weg.

IMG_3581
Kresse in Schneckenstopp Ring gesät schützt vor Schnecken und Kohlerdfloh
  • Hirschhornsalat ist etwas weniger bekannt. Es ist ein Verwandter vom Spitzwegerich. Den Namen hat er wegen der Geweih ähnlichen Blätter erhalten. Er ist, jung geschnitten, sehr schmackhaft. Da der Same sehr fein ist wird mit Vorteil in einen Schneckenstopp Ring oder in ein Gefäss gesät. Er keimt und entwickelt sich in dieser Jahreszeit problemlos und schnell. Die Ernte beginnt sobald die feinen Laubblätter 8-10cm hoch sind. Wie Schnittsalat ernten, dann wächst er wieder nach.
  • Nüssler Saaten gut feucht halten bis die Keimung erfolgt ist. Eine regelmässige Keimung kann gefördert werden durch das Abdecken der Saat mit einem doppelten Gartenvlies. Nach der Keimung Vlies entfernen.

Kohlgewächse für Herbst und Winter

Zu den letzten Pflanzungen von Kohlgewächsen gehören auch Feder- und Chinakohl.

  • Chinakohl braucht, wie Zuckerhut auch, genügend Zeit für Wachstum und Reife. Bis Frostbeginn wird dieser ab Beet geerntet. Dann sollte er geschnitten und wie der Zuckerhut gelagert werden. Chinakohl lässt sich nur kurzfristig lagern.
IMG_3585
Chinakohl wird gleichzeitig mit dem Zuckerhut gepflanzt
  • Federkohl ist vielerorts bereits im vollen Wachstum. Er kann aber auch jetzt noch gepflanzt werden. Die Stauden werden bei Spätpflanzungen weniger gross und überwintern sehr gut. Federkohl wächst in der frostfreien Zeit über den Winter weiter. Spätpflanzungen weisen meistens auch einen weniger starken Befall von weissen Fliegen auf. Diese Schaden zwar den Pflanzen nicht so sehr. Sie sind eher ein Problem bei Ernte und Verbrauch. Hier gibt es aber ein einfaches Mittel. Federkohl Blätter werden nach den ersten starken Frösten möglichst frühmorgens geerntet. Dann werden die Blätter mit weissen Fliegen und Brut (weissliches Gespinst auf der Unterseite der Blätter) kurz ins kalte Wasser gelegt und die Blätter (vor allem die Unterseite) unter laufendem Kaltwasser gesäubert.