Richtig umgehen mit ‚Invasiven Pflanzen‘ im Garten

Jetzt blühen sie wieder, der Sommerflieder, die Goldrute, das Berufskraut und bereichern das Gartenbild. Es liegt in der Mitverantwortung des Kleingärtners, der Kleingärtnerin dass sich diese Pflanzen nicht invasiv weitervermehren.

Neophyten werden diese und andere Pflanzen genannt. Mit der Entdeckung Amerikas sind diese Pflanzen wie viele Andere nach Europa gelangt. Wörtlich übersetzt heisst ‚Neophyt‘ = ’neue Pflanze‘. Betrachtet man die Flora eines Kleingartens stellt man leicht fest, dass eine ganze Anzahl von ‚Neophyten‘ im Garten zu finden sind. Sie bereichern das Gartenbild mit ihren Farben und Formen.

Es gibt einige wenige unter ihnen die sich invasiv verhalten, das heisst sich unkontrolliert vermehren und da und dort die einheimische Flora bedrängen. Besonders, auf mageren, steinigen oder sandigen Flächen entwickeln sich diese Pflanzen als Pioniere. Aber auch in stark ausgelichteten Waldflächen können solche Pflanzen angetroffen werden. Solcher Wildwuchs hat immer mit dem Menschen zu tun. Er schafft meistens die Voraussetzungen dazu. Was auch nicht vergessen werden darf sind die günstigeren Bedingungen von Klima und Freiflächen her. Es gibt heute sehr viele Flächen wo sich diese Pflanzen fast unbemerkt vermehren können. Steinige Abhänge von verbauten Flussläufen, ausgelichtete Wälder, Kiesgrubenähnliche Flächen u. a. mehr. Dazu kommt die Erwärmung des Klimas, das eine Verbreitung solcher Pflanzen begünstigt. Ein typisches Beispiel ist das Berufskraut welches sich in den letzten Jahren auf Ökoflächen enorm verbreitet und demnächst wohl auch als invasive Pflanze auf die schwarze Liste gesetzt werden muss obwohl es ursprünglich eine Gartenpflanze und eine wertvolle Schnittblume war und immer noch ist.

Solche auch invasive Pflanzen werden seit Jahrhunderten in den Gärten angebaut. Sei es wegen ihrer Blütenpracht oder auch wegen ihres ökologischen Wertes z. B. als Trachtspender für Bienen, Hummeln und anderen Insekten in mageren Zeiten. Das Miteinander von Schönheit und ökologischem Wert hat immer funktioniert. Ein unkontrolliertes Verbreiten von invasiven Pflanzen kann durch die Mithilfe der Kleingärtner/Kleingärtnerin vermindert werden:

Der Riesenbärenklau

Dieser wird nicht als Blütenpflanze im Garten angebaut und trotzdem kann sich diese riesige Pflanze, deren Blütenstand bis drei Meter hoch werden kann, in einer schattigen Ecke im Garten festsetzen und sich entwickeln. Da die Berührung ihre Blätter Hautreizungen bis zu Verbrennungen mit Brandblasen auslösen kann, sollen solche Pflanzen möglichst früh und vollständig entfernt werden. Geschützt mit Handschuhen und langärmligen Kleidern werden zuerst die Blätter bis zur Basis weggeschnitten. Das Herzstück der Pflanze wird anschliessend mit einer Stechschaufel oder einem Spaten schräg nach unten durchstochen und entfernt.

Goldrute (Solidago canadensis)

Obwohl diese Pflanze heute nicht mehr zum Verkauf angeboten wird, ist sie noch vielerorts in Gärten, aber auch in der freien Vegetation anzutreffen. Die Goldrute macht in der zweiten Sommerhälfte wunderschöne Blütenzweige und hat demzufolge einen sehr hohen Zierwert.

Sie fügt sich auch herrlich in das sommerliche Gartenbild ein. Wer an einem schönen Sommertag neben einer blühenden Goldrute steht versteht auch welchen ökologischen Wert eine solche Pflanze auch haben kann. Ein Heer von Bienen und andere Insekten decken sich ein mit ihrem Blütenstaub

Um einer unkontrollierter Weiterverbreitung entgegen zu wirken werden im Garten die abgeblühten Blütentriebe entfernt und im Kehricht entsorgt. Die Staude wird auch kompakt gehalten. Ausläufer werden regelmässig entfernt.


Auf den blühenden Goldruten tummelt sich ein ganzes Heer von Insekten und machen sich die Nahrung streitig

Sommerflieder (Buddleja davidii)

Einst als Schmetterlingsstrauch gelobt und zum Anbau empfohlen, ist dieser wunderschöne Sommerblüher heute verpönt. Zu Unrecht? Ja, muss man da wohl sagen. Sommerflieder werden seit Jahrhunderten in unseren Gärten angebaut und immer wieder bestaunt. Von ihrem Nektar profitieren Bienen, Schmetterlinge und ein Heer von anderen Insekten in einer Zeit, wo ihre Nahrung rar ist. Natürlich hat sich der Sommerflieder auch selbständig gemacht und sich verbreitet.

Zum Glück findet die Diskussion um den ‚Schmetterlingsstrauch‘ bald eine Ende. Neuzüchtungen verbreiten sich nicht mehr wild. Sie produzieren kaum mehr Samen und der ist oft steril.

Im Garten präsentiert sich ein blühender Sommerflieder mit seinen herrlichen Sommerfarben besonders schön. Ein Garten ohne Sommerflieder ist kaum denkbar.

Der Verbreitung der jetzigen Sorten kann entgegen gewirkt werden indem abgeblühte Blütenstände möglichst bald weggeschnitten und im Kehricht entsorgt werden. Der Zierwert des Strauches profitiert davon.


Auf dem Sommerflieder tummeln sich Bienen und andere Insekten um Blütenstaub und Nektar zu geniessen

Berufskraut (Erigeron )

Erigeron gehört zu den Astergewächsen und kommt ursprünglich aus Amerika. Sie werden im Garten als Schnittblumen oder als Blumen fürs Staudenbeet angepflanzt. Sie gehören mit ihren kleinen, strahlenförmigen Blüten zu den prächtigen Sommerblühern im Garten. Durch die starke Ausdehnung ausserhalb des Gartens auf Ökoflächen wir dieser prächtige Sommerblüher wohl auch bald auf die schwarze Liste der Invasiven Neophyten gesetzt. Vom Garten her kann hier nicht viel getan werden. Die Gartensorten vermehren sich kaum selbständig weiter. Allerdings können auch verwilderte Pflanzen sich unbemerkt in den Garten einschleichen die, falls notwendig, entfernt werden können.


Erigeron gehört zu den Astern und ist als Schnitt- und Beetblume sehr beliebt

Erigeron verbreitet sich auf mageren Ökoflächen sehr stark