Die ersten Frühlingsboten auf dem Teller

Mit dem Beginn des neuen Jahres sehnt man sich nicht nur nach dem Frühling sondern auch nach den ersten essbaren Frühlingsboten. Ganz besonders schmackhaft sind Keime, Sprossen, und Kresse. Diese Salatbeigaben sind sehr einfach anzuziehen. Es braucht weder ein Gewächshaus noch irgendwelche teure Einrichtungen. 

Speisekeimlinge

Hier wird der Samen mit Wärme und Wasser zum keimen gebracht. Hierzu eignen sich Mungo-, Soja- und Adzukibohnen (Rote Soja), aber auch Erbsen, Linsen Weizen, Senf.u.a.
Wo eine Keimeinrichtung (Keimapparat) fehlt, können die Samen in niederen Einmach- oder Konfigläser gekeimt werden.
Dazu wird Samen in ein sauberes Glas gegeben, soviel, dass der Boden gut bedeckt ist.
Zum Quellen der Samen lauwarmes Wasser zugeben bis die Samen ca 1cm hoch mit Wasser bedeckt sind. Glas an einem dunklen, warmen Ort aufstellen und ca 12 Stunden Quellen lassen. Samen möglichst dunkel keimen damit diese nicht bitter werden.
Dann das Wasser abschütten und die Samen mit frischem, temperiertem Wasser spülen. Dabei das Wasser durch ein Teesieb abschütten damit die schwimmenden Samen aufgefangen werden können. Samen im Sieb wieder ins Glas geben. Glas wenn notwendig schütteln damit sich die Samen wieder verteilen.
Das Spülen der Samen erfolgt nun täglich, bis die Samen zu Keimlingen herangewachsen sind.
Bei Zimmertemperatur dauert die Kultur von Keimlingen ca 8-10 Tage.

Grünsprossen

Sprossrettich, Kresse, Zwiebeln, Alfaalfa, Senf, Leinsamen u.a. ergeben hervorragende Grünsprossen.


Sprossen werden im Keimapparat gezogen

Grünsprossen unterscheiden sich von Speisekeimlingen durch ihre ausgewachsenen grünen Keimblätter. Sie sind einige Tage älter als die Speisekeimlinge und werden auf Erde oder anderem Trägermaterial wie Watte, Haushaltpapier, Kulturmatten o.ä. kultiviert. Grünsprossen werden oberhalb der Wurzeln geschnitten oder bei Kulturmatten mit den Wurzeln geerntet.


Sprossen im Glas

Kultur:
Die Samen werden auf gut angefeuchtetes Trägermaterial in Teller, Untersätze ausgesät. Die Gefässe sollten so gewählt werden, dass diese in der Wohnung aufgestellt werden können. Vor der Saat Watte, Papier oder Erde gut durchfeuchten.
Samen dicht aussäen aber so, dass die einzelnen Samen einander nicht direkt berühren. Warm aufstellen und bis zur Keimung mit einer Glasscheibe, einem Plastiksack o.a. abdecken. Dann Abdeckung entfernen und darauf achten, dass das Trägermaterial nicht austrocknet aber auch nicht mit zuviel Wasser getränkt wird.
Nach etwa 2 Wochen sind die Grünsprossen Erntereif und können für einen schmackhaften Salat geschnitten werden.

Kresse

Sie ist besonders im Frühjahr und Herbst sehr beliebt. Ihr Geschmack und ihr Anteil an Senföl macht sie bei verschleimten Atmungsorganen besonders wertvoll.
Kresse eignet sich zur Anzucht als Grünsprossen. Kresse kann aber auch als erster Salat im Frühjahr im Treibbeet angezogen werden. Da die Kresse bei zu tiefen Keimtemperaturen die Samenschalen nicht abwirft ist es von Vorteil frühe Saaten in fein gelochte Gefässe auszusäen, die Samen bei Zimmertemperatur keimen zu lassen und die Gefässe anschliessend ins Treibbeet zu stellen. Die Kresse wächst dann durch die feine Lochung in den Unterboden. Die Kulturdauer im Treibbeet oder im Kleingewächshaus beträgt etwa drei Wochen. Wie Kresse, können auch Sprossrettich oder Radies angezogen werden.


Kresse auf Haushaltpapier gezogen, reif für den Schnitt