Pflanzenschutzfragen im Garten frühzeitig angehen

Noch schläft die Vegetation. aber schon bald werden Stauden, Sträucher und Bäume zu neuem Leben erwachen. Dann beginnt auch die Entwicklung der Schädlinge und der Krankheiten.

Krankheiten und Schädlinge überwintern in der Streuschicht des Bodens oder aber auf den schlafenden Knospen der Sträucher und Bäume. Sobald der Austrieb von Blätter und Blüten einsetzt, beginnen sich auch die Sporen der Pilzkrankheiten zu entwickeln und die überwinterten Insekten/Insekteneier die zu Schädlingen werden können, beginnen sich zu vermehren.

Im Kleingarten heisst es bald: Vorbeugen! Denn bekanntlich ist vorbeugen besser als heilen.

Gutes Umfeld und gute Wachstumsbedingungen für die Pflanzen schaffen

Bei Sträuchern und Bäumen steht der Schnitt im Vordergrund. Gut ausgelichtete Baumkronen oder Beeren- oder Blütensträucher sind weniger anfällig als vernachlässigte Pflanzungen.
Wo Pflanzen zu dicht stehen ist es jetzt Zeit Verpflanzungen von Sträuchern oder kleineren Bäumen vorzunehmen. Der Ertrag richtet sich nie nach der Anzahl der Bäume oder Sträucher sondern immer nach dem Standortplatz. Wird dieser zu eng, nimmt die Fruchtbarkeit ab.

Frühzeitiges Düngen ergibt ein flottes Wachstum

Dort wo der Boden Schneefrei und aufgefroren ist, kann jetzt schon gedüngt werden. Dabei sollte im Garten auf organische Dünger gesetzt werden (Kompost, organische Obst- und Beerendünger, organischer Rosendünger). Mit dem organischen Dünger führen wir der Pflanze nicht nur Nährstoffe zu, wir helfen damit auch das Bodenleben zu pflegen und den Boden gesund zu erhalten. Nur in gesunden Böden können gesunde Pflanzen wachsen.

Mulchschicht nicht vergessen

Besonders Stauchbeeren lieben es nach dem Schnitt und der Düngung mit einer Mulchschicht abgedeckt zu werden. Dadurch bleibt die Bodenoberfläche auch in Trockenzeiten feucht, die Unkrautentwicklung wird zurückgedrängt und es bildet sich eine Humusschicht welche für die Beeren besonders wichtig ist. Für Himbeeren, Strauchbeeren und Heidelbeeren, aber auch Rosen, eignen sich Holzhäcksel, die über mehrere Monate dem Wetter ausgesetzt worden sind, sehr gut. Aber auch ‚Toresa‘ (Torfersatz) oder Biutherm (Häcksel aus Chinaschilf u.a.) eignen sich bestens. Wo Obstbäume im Rasen stehen lohnt es sich eine Baumscheibe frei von Gras zu halten und mit einer Mulchschicht abzudecken. Das Mähen wird dadurch weniger aufwendig.

Aber auch Spalier, der Hauswand entlang, sollten in ihrem Wurzelbereich mit Mulch abgedeckt werden um ein frühzeitiges austrocknen der Erde zu verhindern.

Alles was der Pflanze dient und zu deren Entwicklung beiträgt reduziert die Anfälligkeit auf Krankheiten und Schädlinge.

Die vorbeugende, desinfizierende Spritzung im Frühjahr

Mit einer Spritzung im zeitigen Frühjahr, wenn die Knospen am Aufbrechen sind (nicht vorher!), reduzieren wir die Primärinfektion von Rost und Mehltaupilzen. Die Verbreitung von Gallmilben (Birnen u.a.) werden gehemmt und überwinterte Eier in den Achseln der Knospen (Rote Spinne) weitgehend unschädlich gemacht. Auch die verschiedensten Arten von Läusen (Schildläuse, Schmierläuse u.a.m.) können so reduziert werden.

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Noch sind die Knospen geschlossen. Mit spritzen warten bis diese aufbrechen und die Spitze grün ist

Die Spritzbrühe setzt sich wie folgt zusammen:

2gr Kupfer pro Liter Wasser (Kleinpackungen ‚Cupro Maag‘ erhältlich

4gr Schwefel pro Liter Wasser (Kleinpackungen von ‚Neudorff‘, oder ‚Myco san (Andermatt) erhältlich)

10ml reines Winteröl pro Liter Wasser

Spritzbrühe zubereiten wenn diese gebraucht wird und dann sofort spritzen damit sich Schwefel und Kupfer nicht absetzen können. Alle Kern- und Steinobstbäume, Beeren (gegen Ruten- und Blattfallkrankheiten) und Rosen (Blattkrankheiten) können mit dieser Spritzbrühe behandelt werden. Möglichst am Abend spritzen bei trockenem Wetter und wenig Wind. Pflanzen ausgiebig spritzen bis die Spritzbrühe beginnt auf den Boden zu tropfen!

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Spritzbrühe in wenig Wasser zubereiten. Zuerst Kupfer und Schwefel, zuletzt Winteröl.

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Spritzbrühe gut umrühren, auf die entsprechende Spritzmenge verdünnen….

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….und gleich spritzen (hier mit Rückenspritze).

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alle holzigen Teile von unten und oben bis zur Tropfnässe benetzen

Nachbehandlung gegen Monilia

Die Spitzendürre-Zweigdürre an Kern- und Steinobst, aber auch an verschiedenen Zierpflanzen wie Prunus Arten (Zierkirschen, Mandeln u.a.) wird oft durch den Moniliapilz verursacht. dieser entwickelt sich im Frühjahr, sobald die Gewächse ausgetrieben haben und das Wetter feucht und warm ist. Meistens reagiert man auf den Befall zu spät. Deshalb ist es wichtig Monilia frühzeitig zu behandeln.

Vor dem Aufbrechen der Blüte: 2gr Schwefel und 2ml Winteröl pro Liter Wasser

Wenn die Blütezeit zu Ende geht: 2gr Kupfer und 2ml Winteröl pro Liter Wasser

Dort, wo Gefahr besteht dass Hauswände durch Spritzflecken verunreinigt werden könnten, kann auch Fenchelöl (z.B. Fenicur Andermatt) eingesetzt werden. Im Abstand von 2 Wochen spritzen bis die Bäume ganz abgeblüht haben.

Mit Backpulver erzielt man ebenfalls recht gute Resultate. 1 Briefchen =16gr auf drei Liter Wasser auflösen und sofort spritzen (immer am Abend vor den einnachten).