Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens

Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens
Viel wird heute über Biodiversität geredet und geschrieben. Wichtig ist es aber, dass wir auch etwas dafür tun, nicht zuletzt im Garten.

Der Garten ist eine reiche Quelle von der Verschiedenartigkeit der Pflanzen her. Einjährige, Zweijährige, Stauden, Gehölze, Gemüse, Beeren, Kräuter und Blumen, ein riesige Pflanzenansammlung auf kleinstem Raum. Biodiversität wird hier gross geschrieben. Was aber nicht vergessen werden darf, sind die Blumen und Flächen im Garten, welche für Insekten und Umwelt von relativ geringer Bedeutung sind. Es geht nicht darum, diese aus dem Garten und dem Balkon zu verbannen. Aber es gibt Möglichkeiten, diese mit ökologisch wertvollen Blühern zu ergänzen.

Balkonblumen
Wer freut sich nicht über die wunderschön und liebevoll geschmückten Balkone und Terrassen. In den herrlichsten Farben erstrahlen die blühenden Geranien, Petunien und was es alles gibt. Tatsache ist aber, dass diese ausser ihrer Schönheit keinen grossen Wert für Insekten und Umwelt aufweisen. Solche Pflanzungen könnten aber sinnvoll mit guten Ökotypen ergänzt werden. Lavendel, Thymian, ausgewählte Storchenschnabeltypen, Heuchera und andere wären ausgezeichnete Blütenpflanzen mit denen Balkon- und Terrassenpflanzungen ergänzt werden könnten. Sie haben mit ihren starken Farben eine gute Fernwirkung und sind für Insekten ausserordentlich wertvoll und sie haben eine lange Blütenzeit. Dazu sind sie mehrjährig, das heisst sie könnten einfach draussen überwintern und im nächsten Jahr wieder in die Balkongefässe eingepflanzt werden.

Die Blumenbeete
Wer die neu bepflanzten Blumenbeete etwas näher betrachtet stellt fest, dass sich die Arten, die zur Anpflanzung verwendet wurden, immer wieder vorkommen. Diese sind zwar schön in den Farben sind aber arm in ihrem Wert für Insekten und Umwelt. Sie erfüllen den Wert einer verbesserten Biodiversität nicht. Solche Pflanzungen können aber sinnvoll ergänzt werden ohne dass auf Farben oder Formen verzichtet werden muss. Werden solche Pflanzungen mit Oregano, Sedumarten, Heucheras, Lavendel, ausgewählten Storchenschnabelarten u.a. ergänzt, so ergibt das ein ganz anderes Bild vom ökologischen Wert her. Die erwähnten Blumen sind mehrjährig, sie blühen über eine lange Zeit und werden von Schnecken mehrheitlich gemieden. Dafür sind sie für Insekten ausserordentlich wichtig und ergänzen den Gedanken der Biodiversität.

Blumenwiese statt Rasen
Rasenflächen sind sehr intensiv in der Pflege. Ausserdem besteht ein Rasen vorwiegend aus Gräsern die vor ihrer Blütezeit geschnitten werden. Deshalb sind solche Flächen für Insekten und Umwelt nur von geringem Wert. Ganz anders eine Blumenwiese, Diese ist für die Zeit ihrer Blüte ein richtiges Paradies für Insekten. Blumenwiesen werden meist nur zweimal gemäht: Ende Juli, wenn die meisten Blumen abgeblüht und der ausgereifte Samen abgefallen ist, und im Herbst, vor Wintereinbruch mit einem sogenannten Säuberungsschnitt.
Blumenwiesen werden heute dort angelegt, wo eine Fläche nicht als Spielwiese in Frage kommt. Das Anlegen ist sehr einfach. Die Erde wird mit einer Motorfräse gut durchgearbeitet, dann mit einer ‚Landsbergermischung‘ (Wicken, verschiedene Kleearten und Raygräser) als Trägersaat dünn angesät. Dann wird eine Blumenmischung, die der Markt anbietet, darüber gesät und das Ganze angewalzt. Bis zur Keimung gut feucht halten. Die eingesäten Blumen entwickeln sich dann im Schutz der schnell aufgegangenen Grasmischung. Im ersten Jahr blühen die verschiedenen Wildblumen sehr üppig. Im zweiten Jahr blühen vor allem noch diejenige, denen der Standort behagt. Es ist auch möglich, dass sich plötzlich Blumen entwickeln die nicht angesät wurden, sogenannte Standort gerechte Typen. Blumenwiesen sind ausserordentlich wertvoll für Insekten und Vögel. Freie Gartenflächen werden damit gut genutzt und der ökologische Wert (Biodiversität) um ein Mehrfaches gesteigert.

Die gepflanzte Blumenwiese
Die gepflanzte Blumenwiese hat den Vorteil, dass diese schnell zugewachsen ist und meistens schon im ersten Jahr blüht. Bei einer gepflanzten Blumenwiese wird der Boden umgegraben, etwas verfeinert und dann bepflanzt. Für die Bepflanzung wählt man nur mehrjährige Stauden, am besten starke Ökotypen wie Oregano, Frauenmantel, Sedumarten, Lavendel, ausgewählte Typen von Storchenschnabel und andere. Diese werden in den normalen Abständen gepflanzt. Nach einem Jahr kann diese Pflanzung mit entsprechenden mehrjährigen Pflanzen so ergänzt werden, dass über die ganze Vegetationszeit etwas blüht. (Bartnelken, Fingerhüte, Glockenblume (Nesselblättrig), Thymian u.a.m. Der ökologische Wert einer solchen Bepflanzung kann nicht übersehen werden, wenn man sich im Sommer, bei schönem Wetter sich einmal Zeit nimmt um das bunte Treiben in einem solchen Blütenmeer zu beobachten und hin zu hören. Dann begreift man auch was mit ‚Biodiversität‘ gemeint ist.