Bienen und Hummeln sind in Gefahr!
Im vergangenen Herbst meldeten Imker einen sehr starken Befall mit der Varroamilbe, einem gefährlichen Bienenparasiten. Zum Teil wurden auch schon Verluste von Bienenvölkern festgestellt. Deshalb befürchten die Verantwortlichen der Imkervereine, dass viele Honigbienenkolonien den Winter nicht überleben werden. Die genauen Ursachen dieses fast weltweit verbreiteten Phänomens sind leider nicht bekannt. Vermutet wird ein Zusammenwirken verschiedenster Ursachen wie Parasiten, Krankheiten, Pestizideinsätze, Verschlechterung der Nahrungsgrundlage, u.a.m.
Einzeln lebende Solitärbienen und Hummeln gehören zu den Wildbienen. Von den 500 – 600 Arten, die in der Schweiz leben, gelten viele als gefährdet. Tiefgreifende Veränderungen ihrer Lebensräume und ein Mangel an Futter können zum Verschwinden dieser Arten führen.
Besonders Bienen und Hummeln, in geringem Mass auch andere Insekten sind verantwortlich für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen. Fehlt diese Bestäubung verbunden mit der Befruchtung von Nutzpflanzen, fehlt auch der Ertrag. Durch die Bestäubung von Wildpflanzen, die auf Insektenbestäubung und die Vermehrung über Samen angewiesen sind, tragen sie auch zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt bei. Deshalb ist die Bienenhaltung ja auch so wichtig. Wildbienen und Hummeln ergänzen die Zuchtbienen in ihrer Bestäubungsarbeit. Dazu bestäuben Hummeln Pflanzen wo Bienen wegen den tiefen Rachen der Blüten nicht bis zu den Nektarquellen und den Vermehrungsorganen vordringen können.
Wo überall lauern die Gefahren für Bienen und Hummeln?
….auf den Wiesen:
Jung geschnittenes Wiesenfutter ist nährstoffreicher. Damit kann teures Kraftfutter eingespart werden. Deshalb werden Wiesen heute in der Regel früher genutzt. So geht für Bienen und Hummeln mit dem ersten Grasschnitt auch eine wichtige Futterquelle in einer Zeit verloren, wo sich die Bienen- und Hummelvölker im Aufbau befinden.
Das Abmähen der Wiesen während des Tages stellt für die Honigbienen eine grosse Gefahr dar. Im Gegensatz zu den Hummeln weichen sie, voll konzentriert auf ihre Sammeltätigkeit, einer nahenden Mähmaschine nicht aus. Vor allem in den Vorrichtungen zur Futteraufbereitung, wo das Futter zur schnelleren Trocknung gequetscht wird, gehen unzählige Arbeiterbienen zu Grunde. Dasselbe kann übrigens auch beim, Mähen von blühenden Rasenflächen mit dem Rasenmäher beobachtet werden.
…auf Wegrändern und Ackerstreifen
Diese Kleinflächen sind ökologisch überaus wertvoll und wo immer möglich zu fördern. Die Kleinflächen werden über die Vegetationszeit meistens nur einmal gemäht. Verluste erleiden Wildbienen und speziell Erdhummeln wenn diese Flächen während des Sommers bearbeitet werden. Insbesondere Fadenmäher zerstören die Nester der Erdhummeln, die vorwiegend in der Rotteschicht und nur wenig in der darunter liegenden Erdschicht gebaut sind.
…durch Mangelernährung
Kunstwiesen, Monokulturen aber auch allgemein mangelnde Pflanzenvielfalt führt zu, einseitiger Ernährung. Wildbienen sind zum Teil stark spezialisiert auf bestimmte Pflanzen, fehlen diese, fehlt ihnen die Existenzgrundlage.
Der Garten, ein geschützter Lebensraum für Bienen und Hummeln
Ganz anders als auf dem Feld sind die Gegebenheiten in einem Garten. Harmonisch sind hier Gemüse, Kräuter, Beeren und Blumen in ein Bild eingebettet, das mit einem Zaun oder einer Hecke eingefriedet ist. Der Garten birgt eine Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren erster Güte. Und gerade diese Vielfalt macht den Garten ökologisch so wertvoll.
Der Garten bietet aber auch einen gewissen Schutz für diese nützlichen Insekten. Pollen und Nektar tragende Blütenstände werden nicht im Vorstadium geschnitten so dass die Tracht für die Insekten verloren geht. Die Zusammensetzung der Blütenpflanzen kann so gewählt werden, dass aus dem Garten Bienen und Hummeln ein Übermass (auf die Fläche bezogen) an Tracht einbringen können.
Der Garten bietet aber auch eine grosse Anzahl an Nistmöglichkeiten für Wildbienen und Hummeln. Vor allem die Erdhummel kann hier wunderbar gefördert werden ohne irgendwelche Verluste am Gartenbild erleiden zu müssen.
Soll der Garten aber ein wirklich, geschützter Raum für Bienen und Hummeln werden oder sein, muss auf schädliche Pestizide verzichtet werden.
Durch ein vielfältiges Angebot an natürlichen Hilfsmitteln und durch gute, vorbeugende Massnahmen ist ein erfolgreiches Gärtnern heute ohne schädliche Hilfsmittel möglich.
Damit der Garten ein wirklich geschützter, attraktiver und ertragreicher Lebensraum für Bienen und Hummeln wird, braucht es folgende Voraussetzung:
…die Gestaltung
Der Gestaltung des Gartens kommt eine grosse Bedeutung zu. Nebst intensiven Flächen wo Gemüse Kräuter und Saisonblumen angebaut werden, sollen ausdauernde Staudenflächen nicht zu kurz kommen. Gerade solche Flächen die nur minimal oder überhaupt nicht gross bearbeitet werden sind für Bienen und Hummeln von sehr grosser Bedeutung. Hier haben sie Ruhe und werden nicht ständig gestört.
Hier können die sehr friedlichen Erdhummeln ihre Nester anlegen ohne dass diese später zerstört werden. Wenn trachtreiche Gartenblumen über das ganze Kulturjahr angebaut werden, finden Bienen und Hummeln stets reiche Nahrung. Verstärkt werden die Nahrungsquellen durch mehrjährige Kräuter wie (Thymian, Lavendel, Bohnenkraut, Melisse u.a.m.) im Staudenbeet. Das verschönert durch die vermehrte Vielfalt die Dauerpflanzung und konzentriert die Tracht für Bienen und Hummeln.
…die Bewirtschaftung des Gartens
Bei der Bewirtschaftung des Gartens sollen Brachflächen und Zwischenräume bei Gemüsebeeten immer mit Gründüngung angesät werden. Phacelia, Buchweizen aber auch ausdauernde Gründüngung mit Kleearten sind besonders wertvoll.
Bei den Blumen sind offenblütige (einfache Blumen) meist trachtreicher als gefüllt blühende.
‚bee and bumblebee oder „Summende Gärten“, ein Projekt zur Förderung von Bienen und Hummeln
Der Verband deutschschweizerischer Gartenbauvereine und der Verein deutsch-schweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde haben sich zum Ziel gesetzt, dieses Jahr Bienen und Hummeln in den Kleingärten besonders zu fördern.
Um dieses Ziel zu erreichen bietet der Verband ein Paket für „Gärten, die summen“ an.
Das Paket für kleine und grosse Gärten, aber auch für die Terrassen und Balkon enthält
- fünf Jungpflanzen von Gartenblumen die sich nach guter Anfangsentwicklung durch Stockbildung oder durch Selbstaussaat selber weitervermehren aber nicht verunkrauten (Oregano, Taubnessel, Lavendel, Thymian und Sedum = Herbstfreude). Diese Pflanzen haben eine reiche Mittel- und Spättracht mit einer guten Wirkung auf die Gesundheit von Bienen und Hummeln.
- zwei Portionen Blumensamen mit den guten Trachtpflanzen Buchweizen, Reseda, wilde Karde, Rotklee, Inkarnatklee, Weissklee und viel Phacelia, alles Blumen für das Staudenbeet oder Grünflächen.
- ein Plakat„Summende Gärten“ das den Garten als Bienen und Hummelgarten auszeichnet. (Kann im Garten aufgestellt werden.)
- eine ausführliche Anleitung zu den Pflanzen und den Saaten, aber auch zur Gartengestaltung und die Standorte für Pflanzen und Blumensamen.
- Wichtige Tipps wo und wie Wildbienen und Hummeln Nistmöglichkeiten im Garten geboten werden können ohne dass diese Kinder oder Erwachsene im Garten stören.
Die Schönheit des Gartens
Ein überaus farbiger und für Bienen und Hummeln attraktiver Garten entsteht mit der Vielfalt der Pflanzen die angebaut werden. Die Schönheit eines Gartens soll nie einer Idee geopfert werden. Das Projekt “Summende Gärten“ hat denn auch das Ziel nebst Bienen und Hummeln, mit einer grösseren Artenvielfalt auch die ‚Biodiversität’, zu fördern. Hier im geschützten Lebensraum Garten können Menschen und Tiere in Harmonie miteinander leben.
Schliesslich liegt es an Ihnen wie Sie Ihren Garten gestalten!
Wagen Sie es, tun Sie etwas praktisches für die Umwelt, geben Sie ihrem Garten neue Farben, eine zusätzliche Aufgabe, ein neues Bild mit dem Paket für „Summende Gärten“ und hören sie auf das Summen in Ihrem Garten im kommenden Gartenjahr. Sie und alle Menschen die sich in Ihrem Garten bewegen, werden sich daran freuen.
„Summende Gärten“
Sie erhalten das Paket indem Sie
Fr. 15.- auf das Postcheckkonto 46-5769-8 VdGV, Sekretariat 3425 Koppigen einzahlen.
Das Paket erhalten Sie zum richtigen Pflanz- und Saatzeitpunkt anfangs Mai.
Herzlichen Dank für Ihre Beteiligung am Projekt, Sie werden es nie bereuen!
Sichtung von ‚bee and bumblebee’
Es ist erfreulich wie viele Kleingärtnerinnen und Kleingärtner beim Projekt mitmachten.
Im ersten Anlauf haben sich fast zweitausend Kleingärtner/Kleingärtnerinnen daran beteiligt, haben das ‚bee and bumblebee Paket’ bestellt, Lavendel, Thymian, Oregano, Taubnessel und Sedum (Herbstfreude) gepflanzt und die zwei Blumenmischungen für in die ausdauernde Staudenrabatte, in Gefässe oder auch auf Freiflächen gesät.
Zur gleichen Zeit wurden am Inforama in Hondrich die gleichen Aussaaten und Pflanzungen gemacht.
In der dritten Augustwoche wurden die Resultate nun gesichtet. Es ist erstaunlich wie sich die Pflanzen entwickelt haben. Thymian als Bordüre in einer Wechselflorrabatte, Lavendel anstelle der einjährigen Salbei ebenfalls in einer Wechselflorrabatte.
Die Taubnessel als Gehölzunterpflanzung ist für Hummeln besonders interessant aber auch für den Gärtner und den Kleingärtner da diese mit Erfolg Problemunkräuter wie Disteln, Giersch und Winden erfolgreich unterdrückt.
Die Saaten standen auf Freiflächen und in Gefässen. Während die Phacelia bereits abgeblüht war, hat sich der Klee eben bereit gemacht zum blühen. Der prächtige Inkarnatklee hatte schon die ersten Blütenzapfen getrieben. Der Buchweizen stand noch in voller Blüte. Durchwachsen mit rotem Mohn und blauen Kornblumen ergab es ein richtig schönes, spätsommerliches Bild. Sedum ‚Herbstfreude, als wertvoller Herbstblüher und Trachtspender, steht ebenfalls bereit für die bevorstehende Blütezeit.
Zusammenfassend ist es ein Projekt, das alle, die mit Garten zu tun haben, etwas angeht. Neue Pflanzen wie Buchweizen oder Kleearten, Phacelia oder wilder Mohn schränken die Schönheit eines Gartens nicht ein. Sie ergänzen das Gartenbild und tragen zu der Vielfalt im Garten bei. Sie verunkrauten nicht und leisten darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Ernährung von Bienen, Wildbienen und Hummeln in den Gärten und deren Umfeld.
Der Garten am Inforama in 3702 Hondrich (bei Spiez) kann jederzeit frei besichtigt werden. Die Hinweistafeln auf das Projekt bleiben bis Ende September stehen.
Achtung!
Es hat noch ein Rest Pflanzen aus dem Projekt.
50 Lavendel, 300 Thymian, 500 Oregano, 300 Taubnessel und 300 Sedum ‚Herbstfreude’ diese sind im 11-12er Topf getopft, Sedum, Oregano in Knospen, Lavendel und Thymian zum Teil blühend.
Preis : Einzeln Fr. 3.-
ab 10 Stk.: Fr. 2.50
Die Pflanzen müssen am Inforama in Hondrich abgeholt werden. Kleine Mengen stehen in der Selbstbedienung. Grössere Mengen können bereitgestellt werden.
Bestellungen ans Inforama Berner Oberland Tel. 033 650 84 00
Fax: z. Hd Paul Stalder 033 650 84 10
Mail: paul.stalder@vol.be.ch
Neben Scaevola sind hier Oregano, Thymian und Sedum eingepflanzt. Sie blühen über Wochen und bieten Bienen und Hummeln reiche Tracht |
Noch blühen Buchweizen, Mohn und Kornblumen, ein richtiges Fest für Bienen und Hummeln |
Phacelia sind abgeblüht, jetzt treibt der Klee (Inkarnatklee) seine wunderschönen Blüten |





